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Die Apothekenlandschaft in Bayern schrumpft weiter. Vor allem in Oberfranken ist die Schließungswelle spürbar. In Bayreuth reagiert Dr. Simone Landwehr mit einer neuen Filiale auf die Lage und erlebt zugleich mehr Laufkundschaft. Doch die Konkurrenz aus dem Internet bleibt ein Thema.
Starker Rückgang der Apothekenzahlen in Bayern und Oberfranken
Aktuelle Daten des Bayerischen Apothekerverbands zeigen deutliche Veränderungen. Zwischen Ende 2019 und Ende 2024 sank die Zahl der Apotheken in Bayern um 12 Prozent. Damit gibt es landesweit noch 2697 Betriebe.
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Besonders belastet ist der Bezirk Oberfranken. Dort liegt der Rückgang prozentual über dem Durchschnitt. Gesundheitsexperten sehen in der Region einen Hotspot der Apothekenkonzentration.
Neue Filiale in Bayreuth: Konzept trifft auf Nachfrage
Dr. Simone Landwehr eröffnete Mitte 2024 eine weitere Filiale in Bayreuth. Zuvor leitete sie mehrere Jahre die St.-Georgen-Apotheke in Eigenregie. Die neue Filiale entstand an einem bereits genutzten Standort.
- Modernisierte Abläufe mit Abholfächern und digitaler Technik.
- Starker Fokus auf persönliche Beratung und pharmazeutische Dienstleistungen.
- Unterstützung durch ihren Mann, Dr. Jens Landwehr, und Partner Dr. Andreas Paul.
Die Apotheke gehört zu einem Verbund mit insgesamt sechs Standorten. Das Netzwerk soll Ressourcen bündeln und Arbeitslast verteilen.
Warum Verbünde immer wichtiger werden
Viele Inhaberinnen und Inhaber stehen vor Pension oder arbeiten allein. Der Betriebsaufwand ist hoch. In Verbünden lassen sich Aufgaben teilen und Kompetenzen ergänzen.
- Personalplanung und Fachwissen gemeinsam nutzen.
- Investitionen in Technik und Services kosteneffizienter stemmen.
- Stärkere Präsenz vor Ort gegen rein digitale Anbieter.
In Bayreuth existiert bereits eine zweite Kooperation, die Bayreuther Apothekengemeinschaft. Landwehr geht davon aus, dass sich die Kundschaft künftig auf die bestehenden Netzwerke verteilt. Neue Eröffnungen sieht sie als unwahrscheinlich an.
Mehr Kunden durch Schließungen — aber die Online-Konkurrenz bleibt
Für Landwehr bringt die Schließungswelle einen direkten Effekt: Neue Kundinnen und Kunden kommen in ihre Filiale. Diese Zuwächse gleichen zum Teil die Verlagerung ins Internet aus. Vorübergehend bleiben die Zahlen stabil, sagt sie.
Gleichzeitig plant das Team, das Angebot an pharmazeutischen Dienstleistungen auszubauen. Die Zusammenarbeit mit Arztpraxen soll intensiviert werden, statt in einen reinen Preiskampf einzutreten.
Zahlen, Erwartungen und Unsicherheiten
- Rückgang Bayern: -12 % (2019–2024).
- Verbleibende Apotheken: 2697 Betriebe.
- Region: Oberfranken besonders betroffen.
Wie lange die positive Phase anhält, kann niemand genau prognostizieren. Für Betreiberinnen wie Landwehr ist die Frage auch eine persönliche: Wie lange macht die Arbeit noch Freude?












