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Prostatakrebs – für viele Männer nur ein vages Schreckgespenst, dabei stirbt in Frankreich jede Stunde ein Mann daran. Das Tückische: Die Gefahr wird oft unterschätzt, frühe Warnzeichen übersehen. Wer wissen möchte, auf welche Hinweise der Körper (meist wortlos, aber manchmal doch recht deutlich) geben kann, der sollte jetzt weiterlesen.
Die unsichtbare Bedrohung: Prostatakrebs in Zahlen
Prostatakrebs ist der häufigste Krebs bei Männern in Frankreich: Jährlich gibt es rund 50.000 neue Diagnosen. Mehr als 8.000 Männer sterben jedes Jahr daran – im Schnitt also ein Todesfall pro Stunde. Angesichts dieser Zahlen sollte man meinen, das Thema sei allgegenwärtig, aber stattdessen wird die Gefahr gern in die hinterste Schublade gesteckt. Dabei raten Experten wie Dr. Natacha Naoun, Fachärztin für Genitourinäre Onkologie am Institut Gustave Roussy, jedem Mann: Spätestens mit 50 beim Hausarzt nach der Prostata fragen – und je nach Herkunft (afrikanisch oder afro-karibisch) oder familiären Vorbelastungen bereits ab 40-45 Jahren.
Häufig keine Symptome – und dann?
Gerade zu Beginn trickst der Krebs: Der Prostatakrebs ist häufig asymptomatisch. Dennoch gibt es Hinweise, die ihn – fast durch Zufall – enttarnen können:
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- Häufigere oder erschwerte Urinausscheidung
- Blut im Urin
- Selten auch Verdauungsprobleme, da die Prostata nahe am Enddarm liegt (im lokalisierten Stadium aber wirklich selten!)
In den meisten Fällen wird der Krebs entdeckt, weil Männer mit Blasenbeschwerden zum Arzt gehen oder ein PSA-Test (prostataspezifisches Antigen) gemacht wird. Aber: Typische Beschwerden wie Harndrang, unvollständige Blasenentleerung oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen sind kein sicherer Hinweis auf Krebs! Die Prostata vergrößert sich oft altersbedingt (das nennt sich dann Adenom oder gutartige Prostatahyperplasie).
Das Adenom verursacht die meisten Symptome, ist aber gutartig und nicht mit Krebs verbunden. Trotzdem sollten bei Beschwerden Urologen oder Hausärzte konsultiert werden – und bei der Behandlung eines Adenoms kann manchmal durch Gewebeanalysen oder PSA-Messung ein bisher unentdeckter Krebs auffallen. Aber auch hier: Adenom bedeutet NICHT automatisch Krebs.
Wenn Symptome doch auftreten: Was muss Mann wissen?
Dr. Naoun bringt es auf den Punkt: „Die meisten merken gar nichts. Sie fühlen sich wohl.“ Wenn es körperliche Symptome gibt, stehen diese meist in Zusammenhang mit einem Adenom – das allerdings höchstens den Krebs ans Licht bringt, aber ihn nicht auslöst. Und wenn Prostatakrebs fortgeschritten ist? Dann können, müssen aber nicht, folgende Beschwerden auftreten:
- Knochenschmerzen (die häufigste Stelle für Metastasen sind die Knochen)
- Allgemeiner Zustand verschlechtert sich
- Müdigkeit, Gewichts- oder Appetitverlust
Kurzum: Keine dieser Beschwerden ist exklusiv für Prostatakrebs – sie treten auch bei anderen Krebsarten auf, insbesondere im fortgeschrittenen Alter, wenn das allgemeine Risiko ohnehin steigt.
Das Gerücht, Prostatakrebs verursache typische Schmerzen, hält sich hartnäckig – hat aber keinen Wahrheitsgehalt. Erst bei fortgeschrittener Erkrankung können Schmerzen, insbesondere in den Knochen, entstehen. Also: Bei anhaltenden Schmerzen immer den Arzt aufsuchen!
Früherkennung – ja oder nein? Und was bringt der PSA-Test?
Die Diagnose von Prostatakrebs erfolgt nicht standardisiert wie etwa beim Brustkrebs-Screening. Ein allgemeines Screening gibt es nicht, weil ein früher Nachweis nicht immer sinnvoll ist: Gerade ältere Patienten könnten übertherapiert werden und mehr Schaden als Nutzen durch die Behandlung erleiden – der berühmte Diskussionstoff unter Urologen und Onkologen.
Im Zweifel wird jedoch zum PSA-Test geraten. PSA ist ein prostataspezifisches Antigen, das im Blut gemessen werden kann – aber erhöhte Werte sind nicht gleichbedeutend mit Krebs. Auch eine Prostatitis (Entzündung oder Infektion der Prostata) kann den Wert steigen lassen. Sollte der Wert erhöht sein, wird er kontrolliert und gegebenenfalls ergänzt durch weitere Untersuchungen wie digitale rektale Untersuchung, Prostata-MRT oder Biopsie.
Ein Blick auf die Statistik: Etwa 10% der Prostatakrebse werden schon bei Entdeckung als metastasiert klassifiziert. Lokal begrenzte Tumoren können im Verlauf ebenfalls streuen.
Im Übrigen sei an dieser Stelle bemerkt: Frauen können sich getrost entspannen – sie haben keine Prostata, kein Krebsrisiko an dieser Stelle. Die Prostata ist eine rein männliche Drüse und Teil des Fortpflanzungssystems.
Fazit: Auf Symptome zu warten, ist keine gute Strategie. Männer sollten spätestens ab 50 – oder bei Risiko früher – mit ihrem Arzt sprechen. Und dabei nicht nur nach der Prostata fragen: Auch Krebsfälle in der Familie (Brust, Eierstock, Bauchspeicheldrüse) sind wichtige Informationen, da es vererbbare Mutationen geben kann. Die Devise: Lieber einmal zu viel als zu wenig nachfragen. Auf einen gesunden Austausch mit dem Hausarzt – und bitte keine falsche Scham vor der eigenen Prostata!












