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- Ergebnisse einer großen Langzeitstudie: Stalking und spätere Herzkrankheiten
- Warum Stalking das Herz belasten kann
- Wie verbreitet Stalking ist und wer betroffen ist
- Formen des Stalking: Methoden und direkte Folgen
- Wissenschaftliche Grenzen und offene Fragen
- Hilfsangebote und erste Schritte für Betroffene
Stalking trifft nicht nur die Psyche. Neue Daten zeigen, dass Betroffene Jahre später häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Diese Verbindung überrascht und fordert Medizin wie Politik heraus.
Ergebnisse einer großen Langzeitstudie: Stalking und spätere Herzkrankheiten
Wissenschaftlerinnen analysierten Daten aus der Nurses‘ Health Study II. Es ging um Frauen zwischen 36 und 56 Jahren, ohne zunächst bekannte Herzleiden.
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- 66.270 Teilnehmerinnen wurden über zwei Jahrzehnte beobachtet.
- 11,7 % gaben an, im Leben gestalkt worden zu sein.
- 5,6 % hatten eine einstweilige Verfügung gegen den Täter erwirkt.
- Im Beobachtungszeitraum erkrankten 1.879 Frauen an Herz-Kreislauf-Problemen, das sind etwa 2,8 % der Gruppe.
- Gestalkte Frauen zeigten ein um 41 % erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Warum Stalking das Herz belasten kann
Die Forschenden vermuten, dass langanhaltender psychischer Druck den Körper dauerhaft in Alarmbereitschaft versetzt.
Biologische Mechanismen kurz erklärt
- Dauerstress erhöht Blutdruck und Herzfrequenz.
- Entzündliche Prozesse werden gefördert.
- Stress fördert ungesunde Verhaltensweisen wie Rauchen.
Diese Faktoren wirken zusammen und können die Entstehung von Herzinfarkt oder Schlaganfall begünstigen.
Wie verbreitet Stalking ist und wer betroffen ist
Stalking ist kein seltenes Phänomen. Europäische Umfragen zeigen eine deutliche Belastung für viele Menschen.
- Etwa 18 % der Frauen in der EU berichteten von Stalking-Erfahrungen.
- Bei Männern lag die Quote bei rund 4 %.
- Ungefähr 80 % der Täter sind aktuelle oder ehemalige Partner oder Bekannte.
Formen des Stalking: Methoden und direkte Folgen
Beharrliches Verfolgen nimmt viele Gestalten an. Behördenbefragungen liefern eindrückliche Zahlen und Beispiele.
- Fast die Hälfte der Opfer erlebt mindestens wöchentlichen unerwünschten Kontakt.
- Bedrohungen mit körperlicher Gewalt sind bei vielen Opfern Teil des Erlebten.
- Ein Teil der Opfer wird über Jahre verfolgt; manche wechseln den Wohnort.
Typische Taktiken von Tätern
- häufige Anrufe, Nachrichten und E-Mails
- Unerwünschte Präsenz vor Wohnung oder Arbeitsplatz
- Ausspionieren und gezielte Veröffentlichung persönlicher Daten
- Bestellungen auf den Namen des Opfers, Sachbeschädigung
- Drohen oder Verleumden, auch über soziale Medien
Wissenschaftliche Grenzen und offene Fragen
Die Studie liefert starke Hinweise, hat aber auch Einschränkungen, die bedacht werden müssen.
- Stalking-Daten basieren auf Selbstauskünften.
- Die Stichprobe bestand überwiegend aus weißen Frauen mittleren Bildungsniveaus.
- Ob die Ergebnisse auf Männer oder andere Bevölkerungsgruppen übertragbar sind, bleibt offen.
Hilfsangebote und erste Schritte für Betroffene
Wer verfolgt wird, findet Unterstützung bei spezialisierten Beratungsstellen. Erste Maßnahmen können das Risiko mindern.
- Kontaktieren Sie lokale Frauenberatungsstellen oder Polizeidienststellen bei akuter Gefahr.
- Sichern Sie Beweise: Nachrichten, Fotos, Zeugenaussagen.
- Prüfen Sie rechtliche Schritte wie eine einstweilige Verfügung.
- Nutzen Sie professionelle Hilfe für psychische Unterstützung.
Informationen und Anlaufstellen in Deutschland bietet der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe unter: www.frauen-gegen-gewalt.de












