PFAS in Periodenslips: Ewigkeitschemikalien im Intimbereich entdeckt

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Ein überraschender Befund sorgt für Diskussionen: Untersuchungen zeigen, dass viele wiederverwendbare Periodenunterwäsche PFAS enthält. Betroffen sind nicht nur Slips, sondern auch andere Menstruationsprodukte. Was bedeutet das für Gesundheit und Alltag? Experten warnen, doch es gibt Wege, die Belastung zu verringern.

PFAS einfach erklärt: Was steckt hinter dem Begriff?

PFAS sind eine große Gruppe fluorierter Chemikalien. Sie sind extrem beständig.

  • Populäre Begriffe: PFOA, PFOS, PFC.
  • Eigenschaften: wasser-, schmutz- und ölabweisend.
  • Folge: lange Verweildauer in Umwelt und Organismen.

Wissenschaftler nennen sie oft „Ewigkeitschemikalien“. Deshalb sammeln sie sich in Boden, Wasser und Lebewesen an.

Studienlage: Wie verbreitet sind PFAS in Periodenslips und Binden?

Ein Team in den USA analysierte zahlreiche Menstruationsartikel. Die Ergebnisse überraschten viele.

  • In getesteten Proben fanden sich überwiegend Spuren von PFAS.
  • Bei einem relevanten Anteil der Periodenslips deuteten Messwerte auf gezielte Beschichtungen hin.
  • Auch bei einem Teil der Einwegprodukte, etwa Binden, wurden PFAS nachgewiesen.

Das Muster weist darauf hin, dass PFAS nicht nur unabsichtlich vorkommen. Bei einigen Artikeln scheinen sie bewusst eingesetzt worden zu sein, um Flüssigkeit abzuweisen.

Wie gelangen PFAS aus Textilien in den Körper?

Laboruntersuchungen deuten an, dass die Haut PFAS aufnehmen kann.

Wichtigste Erkenntnisse zur Hautaufnahme

  • Langkettige PFAS: teilweise messbare Aufnahme in wenigen Prozent innerhalb eines Tages.
  • Kurzkettige PFAS: teils deutlich höhere Raten, teilweise bis zu mehreren zehn Prozent.
  • Intimbereich: Haut ist dünner, Aufnahme könnte höher sein.

Selbst kleine Freisetzungen können auf Dauer bedeutsam sein, weil PFAS kaum abgebaut werden.

Gesundheitliche Folgen und Umweltaspekte

Für PFAS gibt es Hinweise auf mehrere negative Effekte. Dazu zählen hormonelle Störungen, mögliche Krebsrisiken und Organschäden.

  • Studien verknüpfen PFAS mit Leber- und Nierenerkrankungen.
  • Einige Substanzen werden mit Fruchtbarkeitsproblemen in Verbindung gebracht.
  • Ökologisch: PFAS verteilen sich global und finden sich in Nahrungsketten.

Forscher betonen: Langfristige, niedrig dosierte Belastungen sind problematisch, da sich die Stoffe akkumulieren.

Wie erkennen und vermeiden Verbraucherinnen PFAS in Menstruationsartikeln?

Eine klare Kennzeichnung fehlt vielerorts. Trotzdem gibt es praktische Hinweise beim Einkauf.

  1. Achten Sie auf Begriffe wie „PFAS-frei“, „PFC-frei“ oder „fluorfrei“.
  2. Seien Sie skeptisch bei „PFOA/PFOS-frei“; das schließt nicht alle PFAS aus.
  3. Suchen Sie nach Zertifikaten wie Oeko-Tex in Europa.
  4. Informieren Sie sich beim Hersteller über Material- und Beschichtungsarten.

Alternativen sind mehrlagige Stoffe oder Beschichtungen ohne Fluor. Einige Hersteller verwenden Silikonbeschichtungen statt PFAS.

Wo werden PFAS in Textilien sonst noch verwendet?

Neben Menstruationsprodukten tauchen PFAS in vielen Alltagsgegenständen auf.

  • Outdoorbekleidung und atmungsaktive Membranen.
  • Schutzkleidung, Schuhe und technische Textilien.
  • Heimtextilien wie Tischdecken und Vorhänge.

Das breite Einsatzspektrum erklärt, warum PFAS so weit verbreitet sind.

Herstellerpraxis: Zwischen bewusster Behandlung und Zufall

Untersuchungen zeigen uneinheitliche Herstellungspraktiken.

  • Einige Marken produzieren sowohl PFAS-behandelte als auch unbehandelte Artikel.
  • Zwei Drittel der getesteten Slips kamen ohne gezielte PFAS-Behandlung aus.
  • Das deutet auf verfügbare Alternativtechnologien hin.

Expertinnen fordern mehr Transparenz und weitergehende Tests. Nur breite Kontrolle schafft zuverlässige Sicherheit.

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