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Eine neue britische Studie legt nahe, dass die Zeit nach der letzten Regelblutung das Immunsystem von Frauen verändern kann. Die Forschenden fanden Auffälligkeiten in Blutproben und sehen Hinweise, dass eine Hormonersatztherapie (HRT) einige dieser Effekte abmildern könnte.
Veränderte Blutwerte nach der Menopause: was die Untersuchung zeigt
Wissenschaftler verglichen Proben von jüngeren Erwachsenen und älteren Personen beiderlei Geschlechts. Bei Frauen nach der Menopause traten zwei markante Veränderungen auf.
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- Erhöhte Anteile entzündungsfördernder Monozyten im Blut. Diese Immunzellen sind Teil der angeborenen Abwehr.
- Geringere Konzentrationen des Komplementfaktors C3. Dieses Protein hilft der humoralen Immunantwort.
Solche Muster fanden sich nicht bei Männern gleichen Alters. Das deutet darauf hin, dass der Hormonverlust bei Frauen eine spezifische Rolle spielen könnte.
Wie Hormonersatztherapie die Abwehr beeinflussen kann
Die Studie untersuchte zudem Frauen, die eine HRT erhielten. Im Vergleich zu gleichaltrigen ohne HRT zeigten sich bei ihnen deutlich andere Werte.
- Weniger proinflammatorische Monozyten im Blut.
- Höhere Spiegel von Komplementfaktor C3, nahezu vergleichbar mit jüngeren Frauen.
Warum Hormone die Immunantwort modulieren
Östrogene und andere weibliche Hormone wirken an vielen Stellen des Immunsystems. Sie beeinflussen Zellen, Signalstoffe und die Balance zwischen Entzündung und Schutz.
Die Forscherinnen vermuten, dass der plötzliche Rückgang dieser Hormone nach der Menopause das Gleichgewicht verschiebt. Das könnte die anfälliger machen für Infekte und entzündliche Prozesse.
Wissenschaftliche Stärken und Grenzen der Untersuchung
Die Ergebnisse sind interessant, doch es gibt einige Einschränkungen, die das Team selbst nennt.
- Die Anzahl der Teilnehmenden war begrenzt.
- Die Studie zeigt Biomarker-Veränderungen, nicht direkt veränderte Infektionsraten.
- Unterschiedliche HRT-Formen wurden nicht im Detail verglichen.
Die Autorinnen raten deshalb zur Zurückhaltung bei praktischen Empfehlungen. Weitere Studien sind nötig, um zu klären, ob HRT tatsächlich die Anzahl von Infektionen senkt und wie verschiedene Präparate wirken.
Konkrete Schritte, um die Immunabwehr zu unterstützen
Unabhängig von HRT gibt es wirksame Maßnahmen, die das Immunsystem stärken können. Viele davon sind leicht umzusetzen.
- Ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vitamin D.
- Regelmäßige Bewegung, auch moderate Ausdaueraktivität.
- Ausreichender Schlaf und Stressreduktion.
- Aktualisierte Impfungen nach ärztlicher Empfehlung.
- Rauchstopp und begrenzter Alkoholkonsum.
Bei Fragen zu einer Hormonersatztherapie ist eine individuelle Beratung wichtig. Ärztinnen und Ärzte können Nutzen und Risiken abwägen und die passende Therapieform wählen.












