Nicht kostendeckende Aufgaben statt mehr Geld: Kommunen zahlen drauf

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Berlin – Die Landesapothekerkammer Brandenburg sieht im aktuellen Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums Anlass zur Sorge. Zwar erkennt sie einzelne sinnvolle Ansätze, doch insgesamt bleibe der Text hinter der Erwartung zurück, Apotheken vor Ort dauerhaft zu stärken und die Arzneimittelversorgung verlässlich für die Zukunft zu sichern.

Kritische Analyse: Warum der Entwurf aus Sicht der Kammer nicht ausreicht

Die LAK begrüßt grundsätzlich das Ziel, die Apothekenlandschaft zu stützen. Dennoch bemängelt sie, dass zentrale Stellschrauben fehlen.

  • Wirtschaftliche Erleichterung ist kaum erkennbar: Eine längst überfällige Anhebung des Fixums steht nicht im Entwurf.
  • Stattdessen drohen Apotheken durch neue Aufgaben zusätzliche Belastungen.
  • Die Gefahr besteht, dass die gesetzliche Verantwortung für sichere Arzneimittelversorgung relativiert wird.

LAK-Präsident Jens Dobbert macht deutlich, dass ohne konkrete finanzielle Verbesserungen eine nachhaltige Stärkung nicht gelingt.

PTA-Vertretung: Abwägung zwischen Personalengpass und Sicherheit

Ein zentraler Streitpunkt ist die geplante Ausweitung der Vertretungsregelungen für PTA. Die Kammer sieht darin erhebliche Risiken für Haftung und fachliche Verantwortung.

Wesentliche Bedenken

  • Eine stärkere Vermischung von Zuständigkeiten könnte das Prinzip der persönlichen Leitung unterminieren.
  • Die Führungsverantwortung in Apotheken sei an die Approbation gebunden.
  • PTA leisten wertvolle Arbeit, dürfen jedoch nicht in Verantwortung gedrängt werden ohne klare rechtliche Rahmen.

Die LAK betont die tägliche Bedeutung der PTA für die Versorgungsqualität, lehnt aber eine weitreichende Übertragung von Leitungsaufgaben ohne klare Regelungen ab.

Aufstiegswege statt ad-hoc-Vertretung: Weiterbildung zur Approbation

Die Kammer plädiert für strukturierte Qualifikationspfade, durch die PTA die Approbation erwerben können.

  • Vorgeschlagen wird ein Aufbaustudium, das fachliche, rechtliche und institutionelle Inhalte vermittelt.
  • Aus- und Fortbildung der PTA soll in die Zuständigkeit der Kammern fallen.
  • Solche Wege würden Verantwortung transparent und rechtssicher regeln.

Dobbert unterstreicht, dass manche Aufgaben nur mit entsprechender Qualifikation und rechtlicher Absicherung übernommen werden sollten.

Konkrete Forderungen an Politik und Gesetzgeber

Die LAK fordert eine grundlegende Überarbeitung des Entwurfs und nennt konkrete Prioritäten.

  • Angemessene Honoraranpassung und eine Anhebung des Fixums.
  • Abbau unnötiger Bürokratie in Apothekenabläufen.
  • Klare gesetzliche Rahmen für Zuständigkeiten und Haftung.
  • Förderung von Kooperationen zwischen Apothekern, PTA und anderen Heilberufen.

Die Kammer signalisiert Bereitschaft, gemeinsam mit Politik und Berufsgruppen konstruktive Lösungen zu entwickeln.

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