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Regelmäßige Bewegung stärkt das Herz – doch neue Daten zeigen: Frauen profitieren schneller und mit weniger Aufwand. Eine aktuelle Auswertung großer Langzeitdaten offenbart deutliche Geschlechterunterschiede bei der Wirkung von Sport auf koronare Herzkrankheit und Sterblichkeit.
Studie und Datenbasis: Was wurde analysiert?
Die Analyse stammt aus einem Forschungsteam der Xiamen University unter Leitung von Jiajin Chen. Die Wissenschaftler werteten Daten der UK Biobank aus.
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Wesentliche Fakten zur Untersuchung:
- Rund 80.000 Erwachsene flossen in die Auswertung ein.
- Die Erhebung begann 2006 und umfasst mehrere Jahre Nachbeobachtung.
- Aktivitätsmessung erfolgte objektiv mit einem Beschleunigungssensor am Handgelenk.
Wie körperliche Aktivität das KHK-Risiko verändert
Zu Studienbeginn litt niemand an einer koronaren Herzkrankheit. Die Forschenden verfolgten später aufgetretene Ereignisse.
Zahlen zur Krankheitsentwicklung
Im Beobachtungszeitraum traten etwa 3.700 Fälle von KHK auf. Die Daten zeigen klare Zusammenhänge zwischen Bewegung und Herzgesundheit.
- Wer mindestens 150 Minuten moderat bis intensiv pro Woche aktiv war, hatte ein geringeres Risiko für KHK.
- Der Vorteil fiel bei Frauen stärker aus als bei Männern.
Konkrete Effekte: Prozentzahlen und Minuten
Bei einem Aktivitätsniveau von 150 Minuten pro Woche ergaben sich folgende Risikominderungen:
- Frauen: 22 % niedrigeres Risiko für KHK.
- Männer: 17 % niedrigere KHK-Gefahr.
Für eine Zielreduktion von rund 30 % zeigte die Analyse deutliche Unterschiede in der benötigten Trainingszeit:
- Frauen erreichten den Effekt mit etwa 250 Minuten pro Woche.
- Männer benötigten deutlich mehr: rund 530 Minuten wöchentlich.
Auswirkungen bei bereits Erkrankten: Sterberisiko untersuchen
Die Forschenden betrachteten zudem knapp 5.170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bereits eine KHK hatten.
Ergebnis: Bewegung verringert die Sterblichkeit bei Herzkranken, jedoch mit Unterschied zwischen den Geschlechtern.
- Mit 150 Minuten moderater bis intensiver Aktivität pro Woche sank das Sterberisiko bei Frauen deutlich stärker.
- Der Effekt bei Frauen war etwa dreimal so groß wie bei männlichen Patienten.
Mögliche biologische Gründe für die Unterschiede
Die Studie nennt mehrere Erklärungsansätze, die den stärkeren Nutzen bei Frauen plausibel machen.
- Hormonelle Einflüsse: Frauen haben höhere Östrogenspiegel, was den Fettstoffwechsel positiv beeinflussen kann.
- Muskelfaserzusammensetzung: Unterschiede in der Skelettmuskulatur verändern den Muskelstoffwechsel.
- Andere metabolische Reaktionen auf Belastung könnten geschlechtsspezifisch variieren.
Diese Mechanismen sind plausibel, brauchen aber weitere Forschung.
Praktische Empfehlungen und WHO-Richtlinien
Die Weltgesundheitsorganisation gibt allgemeine Aktivitätsempfehlungen, die geschlechtsunabhängig formuliert sind.
- Mindestens 150 Minuten moderates Training pro Woche oder
- 75 Minuten intensives Training pro Woche als Alternative.
Die neuen Ergebnisse deuten jedoch an, dass Frauen bereits bei moderatem Aufwand größere Schutzeffekte erreichen.












