Schmerzpunkte sofort ausräumen: Inhaber verlangt konkrete Maßnahmen

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In Berlin-Neukölln hat der Inhaber der lokalen Pfauen Apotheke, Joachim Stolle, eine Einladung ausgesprochen, nachdem ihn ein Schreiben der CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Ottilie Klein erreicht hatte. Der Anlass: ein Referentenentwurf zur Apotheker-Reform und die Debatte um die Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente. Aus dem Austausch vor Ort sollten konkrete Probleme und Chancen für die Apothekenversorgung in der Hauptstadt werden.

Wie angespannt die Lage der Apotheken in Neukölln ist

Stolle beschreibt die Situation vor Ort als ernst. In seinem Bezirk versorgen 58 Apotheken rund 330.000 Menschen. Das liegt unter dem Bundesdurchschnitt.

  • Wirtschaftlicher Druck führt zu Schließungsgefahr.
  • Jede Schließung belastet das verbleibende Personal stärker.
  • Versorgungsengpässe drohen insbesondere in dicht besiedelten Stadtteilen.

Für Stolle steht fest: Ohne finanzielle Stabilisierung sind weitere Schließungen möglich. Das hätte direkte Folgen für die Arzneimittelversorgung und die Erreichbarkeit pharmazeutischer Beratung.

Was die politische Mitteilung enthält und was fehlt

Das Schreiben der Abgeordneten betont die Bedeutung der Preisbindung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und signalisiert Unterstützung für die Apotheken. Zugleich skizziert die Union Vorschläge, um Apotheken zu entlasten.

  • Erhalt der Preisbindung für verschreibungspflichtige Medikamente.
  • Vorgeschlagene Apothekenreform mit mehreren Bausteinen.
  • Hinweis auf die schwierige Lage vieler Apotheken trotz bestehender Regelungen.

In der jüngsten Referentenfassung fehlt jedoch eine versprochene Erhöhung des Apothekenfixums. Das sorgt für Verärgerung bei Betreibern, die fragen, warum andere Leistungserbringer Anpassungen erhielten, Apotheken aber leer ausgehen sollen.

Konkrete Reformbausteine: Chancen und Risiken

Der Entwurf listet mehrere Maßnahmen, die die Union als Bestandteil einer umfassenden Reform nennt. Stolle sieht in einigen Punkten Fortschritte, in anderen erhebliche Probleme.

  • Erhöhung des Apothekenfixums (in der Praxis nicht umgesetzt bisher).
  • Abbau von Bürokratie und Vereinfachung administrativer Prozesse.
  • Abschaffung von Nullretaxationen aus formalen Gründen.
  • Aufhebung des Verbots von Skonti für Apotheken.
  • Erweiterte Aufgaben in Prävention und Impfangeboten.

Positiv bewertet Stolle die Ambition, Apotheken stärker in die lokale Gesundheitsversorgung einzubinden. Mehr Präventionsangebote und Impfservices könnten die Rolle vor Ort stärken.

PTA-Vertretung: Einsparung mit möglichen Nebenwirkungen

Ein strittiger Punkt ist die geplante Regelung zur PTA-Vertretung. Die Initiative wird als Kostenfaktor verkauft.

  • PTA sind zentral für den Apothekenbetrieb.
  • Die dauerhafte Abwesenheit von Apothekern könnte das Sicherheitsniveau senken.
  • Patientensicherheit und pharmazeutische Beratung könnten leiden.

Stolle warnt vor einer Entprofessionalisierung der Versorgung. In Zeiten sinkender Gesundheitskompetenz und wachsendem Hausärztemangel sei die ständige Präsenz eines approbierten Apothekers wichtig.

Mehr Leistungen brauchen getrennte Vergütung

Erweiterte Kompetenzen wie Impfungen und präventive Angebote werden als Schritt in die richtige Richtung gesehen. Doch das reicht nicht.

Neue Leistungen müssen separat honoriert werden, so Stolle. Sie dürfen nicht als Kompensation für eine unzureichend bezahlte Kernleistung dienen: die Medikamentenversorgung der Bevölkerung.

Gespräche in der Apotheke: Praxis trifft Politik

Bei dem Treffen in der Pfauen Apotheke tauschten sich Praxis und Parlamentarierin über „Schmerzpunkte“ und mögliche Lösungen aus. Stolle nutzte die Gelegenheit, um konkrete Probleme zu schildern.

  • Fehlendes Fixum als Belastung für die wirtschaftliche Basis.
  • Gefahr weiterer Schließungen in strukturschwachen Gebieten.
  • Notwendigkeit klarer Vergütungsmodelle für neue Dienstleistungen.

Der Austausch fand öffentliches Echo, unter anderem in sozialen Netzwerken. Für viele Apothekeninhaber ist die Debatte inzwischen existenziell.

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