Amavita stärkt Kompetenzen: Kette setzt auf mehr Weiterbildung

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In Zürich steht eine Amavita-Filiale, die zeigt, wie Galenica die Apotheke von morgen denkt: Self-Checkout, abgeschirmte Beratungsräume und digitale Bildschirme, an denen Kunden und Fachpersonal gemeinsam Produkte vergleichen. Das Konzept verbindet Ladenlokal und Online-Recherche und will die Apotheke als Gesundheitsdrehscheibe stärken.

Neues Ladenlayout: digital, privat, halböffentlich

Das Umbaukonzept bricht alte Apothekenroutinen auf. Kundinnen und Kunden sollen zwischen verschiedenen Bereichen wählen können:

  • Expresskassen für schnellen Einkauf.
  • Vollständig private Räume für vertrauliche Gespräche.
  • Halbprivate Inseln mit Bildschirmen für gemeinsame Beratungen.

Die Idee: Mehr Flexibilität, weniger Barrieren. Self-Checkout und Beratungsinseln stehen dabei gleichberechtigt nebeneinander.

Digitale Beratung als Verkaufs- und Serviceinstrument

Integrierte Bildschirme sollen Pharmateams erlauben, Medikamente, Präparate und Services visuell zu erklären. Kunden sehen Produktinfos parallel zum Rat der Fachperson.

Galenica begründet den Schritt mit verändertem Informationsverhalten. Rund 80 Prozent der Kundschaft informieren sich zuerst online, heißt es aus Konzernkreisen. Die Filiale soll diese digitale Vorrecherche aufnehmen und vertiefen.

Mehr Aufgaben für Apotheken: Prävention und Therapie-Unterstützung

Die Rolle der Apotheken erweitert sich. Neben akuten Anliegen sollen künftig präventive Angebote stärker werden.

  • Impfungen nach kantonalen Vorgaben.
  • Gesundheitschecks, etwa zu Herz-Kreislauf-Risiken.
  • Beratung zur Medikationsadhärenz und Medikationsanalyse.

Solche Leistungen sollen in den neuen Beratungsräumen diskret und fachlich fundiert erbracht werden.

Finanzierung und politische Rahmenbedingungen

Ein wichtiges Element ist die Vergütung. Ab 2027 plant die Grundversicherung, bestimmte Leistungen zu übernehmen.

  • Kostendämpfungspaket 2 sieht vor, Kompetenzen der Apotheken zu erweitern.
  • Erstattet werden Impfungen, wenn sie dem Schweizer Impfplan entsprechen.
  • Ebenfalls vorgesehen: Programme gegen HPV, Darmkrebs-Screenings, Blutdruck-Checks und Medikationsanalysen.

Die Änderung der Abrechnung soll die Finanzierung neuer Aufgaben erleichtern.

Praxis im Pilotformat: Erkenntnisse aus Zürich

Die Pilotfiliale in Zürich dient als Versuchslabor. Dort testet Galenica Abläufe, Raumaufteilung und Technologieintegration.

Galenica untersucht, wie Personal und Kundschaft die kombinierte Nutzung von Bildschirm und Beratung annehmen. Erkenntnisse sollen in Folgefilialen einfließen.

Bestehende Angebote und Ausbaupläne

Schon heute bietet Galenica unter dem Label „Beratung plus“ niederschwellige Services. Beispiele sind kurzfristige Hilfe bei Blasen- oder Hautproblemen sowie einfache Gesundheitschecks.

In einzelnen Amavita- und Sun-Store-Filialen sind je nach Kanton bereits Impfungen möglich. Galenica nennt das Netzwerk „stärkstes Gesundheitsnetzwerk der Schweiz“ und will die Rolle der Apotheke aktiv formen.

Personalentwicklung und weitere Pilotstandorte

Mehr Kompetenzen erfordern mehr Ausbildung. Der Konzern setzt auf Schulungen und neue Angebote, um Mitarbeitende für präventive und therapeutische Aufgaben fit zu machen.

Für 2026 sind zusätzliche Pilotapotheken geplant. Ziel ist es, das neue Konzept schrittweise zu skalieren und regionale Besonderheiten zu berücksichtigen.

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