Nahrungsergänzungsmittel: soziale Medien entfachen einen Kaufrausch

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Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung zeigt: Nahrungsergänzungsmittel sind in Deutschland weit verbreitet – und soziale Medien spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Ergebnisse werfen Fragen zu Information, Sicherheit und Rechtslage auf.

Wie viele Deutsche regelmäßig NEM nutzen?

Die Umfrage des BfR zeichnet ein deutliches Bild: Der Konsum von Nahrungsergänzungsmitteln ist keine Nischenerscheinung mehr.

  • Mehr als drei Viertel der Teilnehmenden gaben an, innerhalb der letzten zwölf Monate mindestens ein Produkt eingenommen zu haben.
  • Viele Nutzerinnen und Nutzer greifen täglich oder mindestens wöchentlich zu Präparaten.
  • Am häufigsten genannt wurden einzelne Mineralstoffe und Vitamine wie Magnesium, Vitamin D und Vitamin B12.
  • Häufig kommen Kombipräparate zum Einsatz, die mehrere Wirkstoffe vereinen.

Warum Social Media den Absatz antreibt

Plattformen wie Instagram und YouTube prägen Kaufentscheidungen. Influencer präsentieren Produkte und beeinflussen so das Verhalten ihrer Follower.

Fast die Hälfte der Befragten nannte soziale Medien als wichtige Informationsquelle zu NEM.

  • Wer sich online informiert, nimmt tendenziell mehr verschiedene Präparate ein.
  • Diese Nutzergruppe berichtet häufiger von regelmäßiger Einnahme.
  • Oftmals wird der Nutzen von NEM positiver eingeschätzt.
  • Viele fühlen sich dadurch besser informiert.

Zudem zeigen andere Untersuchungen: Gesundheitsbezogene Aussagen in sozialen Medien entsprechen nicht immer gesetzlichen Vorgaben. Influencer werben mitunter mit unzulässigen Heilversprechen.

Missverständnis: NEM sind keine freiverkäuflichen Arzneimittel

Die Studie macht deutlich, dass rechtliche Unterschiede wenig bekannt sind.

Knapp 60 Prozent der Befragten hielten Nahrungsergänzungsmittel irrtümlich für Arzneimittel, die frei verkäuflich sind.

Wichtig zu wissen:

  • Nahrungsergänzungsmittel gelten rechtlich als Lebensmittel.
  • Sie benötigen keine behördliche Zulassung vor dem Inverkehrbringen.
  • Eine systematische Prüfung der Unbedenklichkeit durch Behörden findet nicht in der Weise statt wie bei Arzneimitteln.

Forderungen: Mehr Forschung und verlässliche Informationen in sozialen Netzwerken

Die Autoren der Untersuchung betonen die Bedeutung wissenschaftlich fundierter Kommunikation.

  • Unabhängige Informationsangebote sollten auch dort verfügbar sein, wo Menschen sich informieren: in Social Media.
  • Mehr Forschung zu Nutzen und Risiken könnte Transparenz schaffen.
  • Praxisnahe Aufklärung stärkt die Fähigkeit, informierte Konsumentscheidungen zu treffen.

Zur Studie: Wer wurde befragt und wie lief die Erhebung ab?

Die Befragung richtete sich an die internetnutzende, deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland.

Stichprobe und Methode

  • Erhebungsart: freiwillige Online-Befragung.
  • Teilnehmende: mindestens 16 Jahre alt.
  • Gesamtzahl der Befragten: 1.071 Personen.

Erhobene Themen

  • Nutzungshäufigkeit und Arten von Nahrungsergänzungsmitteln.
  • Wahrnehmung, Nutzenbewertung und Informationsquellen.
  • Soziodemografische Angaben sowie Ernährungs- und Gesundheitsverhalten.

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