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In Grevesmühlen trafen sich Apothekerinnen und Apotheker mit CDU-Vertretern zu einem intensiven Austausch über die Zukunft der Apothekenversorgung. Die Stimmung war deutlich: Es reicht nicht bei Lippenbekenntnissen, konkrete Maßnahmen werden gefordert. Vertreter:innen der Branche verlangten vor allem die Umsetzung eines verbindlichen Fixums und klare Signale aus der Politik.
Gipfeltreffen im Norden: Teilnehmer und Atmosphäre
Die CDU hatte zu einem sogenannten „Apothekengipfel“ geladen. Der Saal war gut gefüllt. Nach Einschätzung der Organisatoren nahmen etwa 250 Personen teil.
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- Apothekerinnen und Apotheker aus der Region
- Vertreter:innen von Berufsverbänden
- Politische Gäste aus der Union und dem Bundesgesundheitsministerium
Die Veranstaltung verlief diszipliniert. Zahlreiche Gesprächsrunden und Fragen zeugten von hohem Interesse an den anstehenden Reformen. Viele Teilnehmende betonten den Wunsch nach schnellen, verlässlichen Entscheidungen.
Fixum im Fokus: Forderung nach schneller Umsetzung
Ein zentrales Thema war das Fixum für Apotheken. Die Branche sieht darin ein Instrument zur Sicherung von Arbeitsplätzen und angemessener Vergütung.
Worum es konkret geht
- Erhöhung des Fixum auf 9,50 Euro wird gefordert
- Verbindliche Verhandlungslösungen statt unverbindlicher Zusagen
- Schnelle Umsetzung statt theoretischer Absichtserklärungen
Der Verbandssprecher machte deutlich, dass Vertrauen nicht mehr selbstverständlich sei. „Jetzt muss gehandelt werden“, lautete die zentrale Botschaft an die CDU-Politikerinnen und -Politiker.
Politische Präsenz: Wer sich zeigte und was gesagt wurde
Unter den Gästen war die gesundheitspolitische Sprecherin der Union aus dem Wahlkreis, die sich in den Dialog einbrachte. Aus Berlin war überraschend ein Staatssekretär aus dem Bundesgesundheitsministerium zugeschaltet.
- Simone Borchardt (CDU): Teilnahme und Gesprächsbereitschaft
- Tino Sorge (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär: digitale Zuschaltung
Die Politiker signalisierten prinzipielle Unterstützung für eine höhere Vergütung. Doch die Apothekenseite verlangte konkrete Termine und Verbindlichkeit. Ohne klare Zeitpläne gilt jede Zusage als ungenügend.
PTA-Vertretung: Warnung vor Alleingängen
Ein längeres Kapitel der Debatte betraf die Frage, ob PTA ohne Apotheker:innen vor Ort arbeiten dürfen. Diese Idee stieß auf Widerstand.
Die Argumentation der Kritiker lautete:
- PTA sind unverzichtbar für den Apothekenbetrieb.
- Eine pauschale Vertretung ohne Apotheker:innen gefährdet die Qualität der Versorgung.
- Personelle Lösungen dürfen nicht zum Austausch von Berufsgruppen führen.
Gleichzeitig wurde betont, dass PTA stärker gefördert werden sollten. Ein erleichterter Zugang zum Pharmaziestudium für PTA könnte die Zahl der Apotheker:innen langfristig erhöhen.
Die Botschaft war klar: Fachpersonal wird gebraucht, aber nicht als Ersatz für die ärztlich-pharmazeutische Verantwortung.
Welche Schritte nun auf der Agenda stehen
Teilnehmende nannten mehrere Punkte, die aus ihrer Sicht jetzt angegangen werden müssen:
- Konkrete Gesetze oder Verordnungen zum Fixum
- Verbindliche Verhandlungsmechanismen zwischen Politik und Verbänden
- Maßnahmen zur Stärkung der PTA-Ausbildung und Studienzugänge
- Sicherstellung der flächendeckenden Apothekenversorgung
Die Veranstaltung zeigte, dass viele Fragen offen sind. Diskussionen verliefen konstruktiv und teils kontrovers. Vertreter der Apothekerschaft spürten eine neue Gesprächsbereitschaft seitens der CDU. Dennoch verlangten sie mehr als Worte: klare Zusagen und rasche Umsetzungsschritte.












