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Apotheken könnten in den kommenden Jahren deutlich mehr Medikamente über neuartige Abholstationen verteilen. Ein Berliner Logistik-Start-up plant dafür eine spezielle Box, die in bestehende Paketautomaten passt. Die Gründer sehen darin einen Weg, Botendienste wirtschaftlicher zu machen und Apotheken im Wettbewerb mit Versendern zu stärken.
So funktioniert die ZeroWait-Box für Medikamentenabholung
Das Kernstück des Konzepts ist eine modulare Box, die in Fächer von Paketautomaten geschoben wird. Sie wurde so konstruiert, dass Apotheken die Kontrolle über den Inhalt behalten.
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- Kapazität: Platz für bis zu zwölf Medikamente in getrennten Segmenten.
- Sicherheit: Die Box ist diebstahlsicher und schützt sensible Ware.
- Temperaturkontrolle: Kühlpflichtige Präparate bleiben in vorgeschriebenen Bereichen.
- Kompatibilität: Einsetzbar in verschiedenen Automatenanbietern.
- Prozess: Apotheke befüllt die Box vor Ort und der Patient erhält eine Abholbenachrichtigung.
Warum Paketautomaten für Arzneimittel attraktiv sind
Nach Ansicht der Gründer könnten Paketfächer das klassische Botengeschäft ergänzen. Lieferungen nach Hause sollen als Premiumoption bestehen bleiben. Automaten würden zur standardisierten, kostengünstigen Alternative.
- Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit für Patientinnen und Patienten.
- Diskretion bei der Abholung.
- Flächendeckende Erreichbarkeit, auch auf dem Land.
- Mehr Volumen für Touren der Botendienste durch zentrale Abholstellen.
Das Start-up rechnet mit deutlich geringeren Kosten pro Abgabe. Aktuell lägen die Fixkosten bei Botendiensten bei rund 10 Euro pro Lieferung. Mit der Box ließen sich laut Berechnungen etwa 2 Euro pro Patient erzielen.
Partner und mögliche Anbieter für die Automatenintegration
ZeroWait führt Gespräche mit mehreren Automatenbetreibern. Ziel ist die Nutzung vorhandener Infrastruktur statt eines eigenen Netzes.
- Gespräche mit Anbietern wie Myflexbox und DeinFach laufen.
- Auch die Idee einer Kooperation mit der „Deutsche Bahn-Box“ wird geprüft.
- Ein Zulieferer und ein Telemedizinanbieter sind bereits mit an Bord.
Warum vorhandene Automaten sinnvoll sind
Der Vorteil liegt in der Reichweite und im schnellen Rollout. Bestehende Automaten reduzieren Investitionskosten und beschleunigen die Skalierung.
Finanzierung, Prototyp und Pilotstart
Die Gründer haben den Prototyp selbst entwickelt. Für den Marktstart wird Kapital benötigt. Geplant ist ein Berliner Pilotprojekt zu Jahresbeginn.
- Geplante Startphase: Januar in Berlin.
- Benötigtes Startkapital: rund 250.000 Euro.
- Mindestens die Hälfte des Betrags ist bereits zugesagt.
- Acht Apotheken unterstützen das Vorhaben bisher aktiv.
Die Gründer nennen einige Investoren nicht namentlich. Sie betonen, dass bislang kein strategischer Beteiligter involviert sei. Zur Umsetzung wird weiter auf Sponsoren gehofft.
Auswirkungen auf Apotheken und Marktstruktur
Die Entwickler sehen das Projekt als Antwort auf mehrere Trends. Mit dem E-Rezept könne der Onlinehandel für verschreibungspflichtige Medikamente massiv zulegen. Versandapotheken gewinnen Marktanteile.
Die Box soll Apotheken helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben und das Sterben von Vor-Ort-Filialen zu verlangsamen. Durch zusätzliche Abholpunkte könnten Botendienste effizienter arbeiten. Das würde auch die Reichweite kleinerer Apotheken erhöhen.
Rechtliche Bewertung und Sicherheit
Laut den Machern haben Juristen das Konzept geprüft. Rechtliche Bedenken seien aus ihrer Sicht nicht gegeben.
- Datenschutz: Abholinformationen werden digital übermittelt.
- Apothekenpflicht: Apotheke bleibt verantwortlich für Befüllung und Kontrolle.
- Regulatorisches OK: Rechtliche Prüfung fand bereits statt.
Die Gründer heben hervor, dass die Kombination aus Automateninfrastruktur und Apothekenkompetenz Versorgungssicherheit sichern könne. Gleichzeitig entstünden neue logistische Chancen für Botendienste und Telemedizinpartner.












