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In Berlin und anderswo sorgt die aktuelle Grippeimpfsaison für Unruhe: Viele Präparate sind bereits vergriffen, Bestellungen laufen ins Leere und Apotheken kämpfen mit Engpässen. Patienten und Praxis-Teams spüren die Folgen jetzt schon.
Warum fehlt der Impfstoff? Vorbestellungen und Produktionszyklen
Die Herstellung von Influenza-Vakzinen braucht Monate. Ärzt:innen und Apotheken bestellen im Frühjahr. Wer spät bestellt, geht leer aus.
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- Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hatte früh vor möglichen Engpässen gewarnt.
- Die tatsächliche Nachfrage wich deutlich von den Vorjahresbestellungen ab.
- Produktionsmengen für 2025/26 liegen deutlich unter früheren Saisons.
Konkrete Zahlen zeigen das Problem: Die freigegebenen Dosen für diese Saison liegen bei rund 19 Millionen. Vor drei Jahren waren es etwa 28 Millionen.
Welche Impfstoffe sind derzeit nicht verfügbar?
Bei den Herstellern sind mehrere gängige Vakzine bereits ausverkauft. Das betrifft sowohl Einzelpackungen als auch bestimmte Impfstofftypen.
- Efluelda (Einzelpackungen) — derzeit nicht lieferbar.
- Fluenz — ausgelaufenes Kontingent bei Hersteller.
- Influvax und Vaxigrip — begrenzte Verfügbarkeit.
- Für Fluad und Influsplit liegen noch keine Endmeldungen vor.
Arztpraxen und Apotheken, die zu spät geordert haben, sehen inzwischen kaum noch Nachschub.
Wie Apotheken mit Engpässen umgehen
Einige Apotheken in Berlin reagierten frühzeitig und stockten große Mengen auf. Andere stehen jetzt vor leeren Regalen.
- Apotheken wechseln zwischen verfügbaren Marken.
- Nachbestellungen laufen, sind aber oft verzögert.
- Viele Praxen fragen bei örtlichen Apotheken nach Restbeständen.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Berliner Apotheke verimpfte Tausende Dosen und wechselte dann sukzessive zwischen angebotenen Präparaten. Die Nachfrage ist dieses Jahr spürbar höher als zuvor.
Bei manchen Apotheken können Kund:innen sich noch spontan gegen Grippe und Corona impfen lassen — teils sogar ohne Termin.
Umstellung auf trivalente Vakzine: Was hat sich geändert?
Aktuell wird wieder auf trivalente Influenza-Impfstoffe gesetzt. Der Stamm B/Yamagata spielt seit Jahren kaum noch eine Rolle.
Diese Umstellung beeinflusst die Produktionslinien und die Verfügbarkeit verschiedener Präparate.
Neue Altersempfehlungen und Impfstofftypen
Für Menschen ab 60 Jahren gibt es spezielle Empfehlungen. Die Ständige Impfkommission rät zu wirksameren Formulierungen.
- Hochdosis-Impfstoffe sind eine Option für ältere Erwachsene.
- Alternativ steht ein MF-59-adjuvantierter Influenza-Impfstoff zur Verfügung.
Diese Spezialpräparate sollen einen besseren Schutz für ältere Menschen bieten.
Impfquoten: Deutlicher Abstand zu EU- und WHO-Zielen
Die Impfbereitschaft in Deutschland bleibt hinter den Vorgaben zurück. Das hat Folgen für Risikogruppen.
- Das Ziel von EU und WHO: 75 Prozent der Menschen ab 60 Jahren sollten geimpft sein.
- Tatsächliche Quote 2023/24: Nur rund 38 Prozent der über 60-Jährigen ließen sich impfen.
- Fast zwei Drittel dieser Altersgruppe blieben ohne aktuellen Influenza-Schutz.
Geringe Impfquoten treffen vor allem ältere Menschen und chronisch Kranke. Das erhöht das Risiko schwerer Verläufe in den nächsten Monaten.












