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- Warum Lieferengpässe den Online‑Apothekenmarkt erschüttern
- Wie Online‑Fragebögen die Verschreibung verändern
- Globale Beschaffung: Import als Notlösung
- Ärzte, Plattformen und die Verantwortung bei Verschreibungen
- Gefälschte Arzneien: Ein lukrativer Nebenmarkt
- Medizinischer Bedarf versus Missbrauch: Die Balance der Versorgung
Die aktuelle Ausgabe des Magazins Focus setzt sich mit einem brisanten Thema auseinander: Wie leicht sind verschreibungspflichtige Medikamente über das Internet zu beziehen? Im Zentrum steht die Warnung von ABDA‑Präsident Thomas Preis vor einem unkontrollierten Versandhandel und die Frage, was das für Patienten bedeutet, wenn Medikamente knapp sind.
Warum Lieferengpässe den Online‑Apothekenmarkt erschüttern
Die Kombination aus Nachfrage, Lieferproblemen und unregulierten Plattformen hat Folgen für die Versorgung. Preis fordert, dass Arzneimittel mit nachgewiesenen Engpässen nicht per Versand vertrieben werden sollten. Sein Argument: So bliebe die Versorgung in lokalen Apotheken gesichert und schnelle Hilfe wäre vor Ort möglich.
Beispiele aus der Praxis zeigen die Dimension:
- Frühere Engpässe bei Präparaten wie Ozempic sorgten für Verknappung.
- Aktuell steht vor allem Salbutamol im Fokus der Debatte.
- Lücken in der Lieferkette erhöhen den Druck auf Handel und Patienten.
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Wie Online‑Fragebögen die Verschreibung verändern
Auf vielen Plattformen werden Rezepte nach kurzen Online‑Bögen ausgestellt. Das ersetzt oft das persönliche Arztgespräch. Preis bezeichnet dieses Verfahren als problematisch. Ein Fragebogen kann eine ärztliche Untersuchung nicht ersetzen.
Medizinisch unnötige Verordnungen fördern Missbrauch und reduzieren die Verfügbarkeit für tatsächlich Erkrankte.
Konkrete Risiken dieses Verfahrens
- Fehldiagnosen durch fehlenden persönlichen Kontakt.
- Leichter Zugang führt zu nichtmedizinischer Anwendung bei Sportlern.
- Weniger Kontrolle über wiederholte oder mehrfach ausgestellte Rezepte.
Globale Beschaffung: Import als Notlösung
Um Engpässe zu überbrücken, greifen Apotheker und Händler inzwischen auf Importe zurück. Lieferungen kommen unter anderem aus den USA und Spanien. Preis warnt, dass das nicht ausreiche. In Einzelfällen werde schon auf Medikamente aus Brasilien zurückgegriffen. Solche Wege schaffen kurzfristig Abhilfe, bergen aber zusätzliche Risiken:
- Unterschiedliche Qualitätsstandards zwischen Ländern.
- Verzögerte Lieferzeiten und Zollhürden.
- Transparenzprobleme bei Herkunft und Lagerbedingungen.
Ärzte, Plattformen und die Verantwortung bei Verschreibungen
Preis kritisiert nicht nur die Plattformen, sondern auch Ärzte, die online Medikamente ausstellen. Er fordert, dass Mediziner sorgfältig prüfen, bevor sie verschreiben. Auch digitale Konsultationen müssen medizinisch fundiert sein.
Plattformen, die einfaches Ausfüllen eines Fragebogens mit Rezeptgarantie verbinden, erleichtern den Zugang für Missbraucher und schwächen gleichzeitig die Versorgungslage für bedürftige Patienten.
Gefälschte Arzneien: Ein lukrativer Nebenmarkt
Das Heft nimmt zudem den Handel mit gefälschten Medikamenten in den Blick. Kriminelle Anbieter nutzen die Nachfrage und die Undurchsichtigkeit im Netz. Zu den Gefahren gehören:
- Wirkstoffabweichungen und damit verbundene Gesundheitsgefahren.
- Fehlende Chargenrückverfolgbarkeit.
- Kein zuverlässiger Herstellernachweis.
Was Patienten und Behörden beobachten sollten
- Achten auf offizielle Apothekenkennzeichen und Rezeptpflicht.
- Meldung verdächtiger Angebote an zuständige Behörden.
- Ärztliche Betreuung vor jeder Neuverordnung suchen.
Medizinischer Bedarf versus Missbrauch: Die Balance der Versorgung
Die Debatte dreht sich um einen zentralen Konflikt: Wie schützt man Menschen mit echtem Bedarf, ohne Missbrauch zu begünstigen? Preis plädiert für strengere Regeln beim Versandhandel. Gleichzeitig steigt der Druck auf Apotheken und Herstellern, Lieferketten zu stabilisieren. Behörden, Berufsverbände und Anbieter stehen vor anspruchsvollen Entscheidungen, um Sicherheit und Verfügbarkeit zu gewährleisten.












