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Apotheker Nikola Bošković aus Andernach fordert eine Erhöhung der Notdienstgebühr auf 10 Euro. Seine Argumente reichen von wirtschaftlichen Einbußen bis zu praktischen Problemen bei nächtlichen Verschreibungen.
BSG-Urteil veränderte die Notfallversorgung vor Ort
Im Herbst 2023 änderte ein Urteil des Bundessozialgerichts die Rechtsstellung sogenannter Pool-Ärzte. Das hat unmittelbare Folgen für die Organisation der Notfallpraxen in der Region.
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- Pool-Ärzte gelten nun als abhängig Beschäftigte.
- Viele Dienste wurden danach neu organisiert oder eingestellt.
- In Andernach öffnet die Notdienstambulanz nur noch bis 20 Uhr.
Das Ergebnis: Anders als früher gibt es in Andernach keine nächtliche ambulante Versorgung mehr.
Direkte finanzielle Auswirkungen auf die Apotheke
Der Wegfall der nächtlichen Versorgung hat für die Paradies Apotheke spürbare Umsatzeinbußen bedeutet.
- Weniger Abendumsatz nach 20 Uhr.
- Weniger Rezepte aus der Notfallpraxis.
- Bekannte Verordnungsmuster fehlen, Vorrat passt nicht mehr.
Bošković erklärt, dass Patienten jetzt häufig die rund acht Kilometer entfernte Notfallpraxis in Neuwied ansteuern. Für ältere Menschen ist die Fahrt über die nächste Brücke oft eine Hürde.
Warum die Notdienstpauschale steigen sollte
Der Apotheker arbeitet seit über fünf Jahren in Deutschland und übernimmt monatlich einen Notdienst.
Aus seiner Sicht sind 2,50 Euro für die Leistungen in der Nacht nicht ausreichend. Er nennt mehrere Gründe:
- Dienste sind schwer unter Kollegen aufzuteilen.
- Lange Arbeitszeiten durch Krankheits- oder Urlaubsvertretungen.
- Hoher Aufwand bei fehlerhaften Rezepten.
Typische Probleme mit nächtlichen Verordnungen
- Fehlende Angaben zum Arzt.
- Unvollständige Dosierungsangaben.
- Fehlende N-Bezeichnung oder PZN.
- Verordnungen mit Wirkstoffen, die in Deutschland nicht zugelassen sind.
Oft lässt sich der verordnende Arzt nachts nicht erreichen. Das bremst die Abarbeitung und kostet Zeit.
Gerechtigkeit bei Kindern und Noctu-Kreuz
Bošković kritisiert, dass das Noctu-Kreuz auf Rezepten oft fehlt. Das trifft besonders Kinder.
- Nur selten ist das Kreuz gesetzt.
- Dann müssen Eltern die Gebühr selbst tragen.
- Für Kinder wären viele Leistungen sonst kostenfrei.
Der Apotheker empfindet das als ungerecht. Fehlende Formalia dürfen nicht über den Patienten entscheiden.
Vergleich zu anderen Notdiensten stärkt den Forderungsgrund
Ein Blick in die Tiermedizin unterstreicht für Bošković die Forderung nach mehr Geld.
Der örtliche Tierarzt verlangt beispielsweise 50 Euro Notdienstpauschale. Dazu kommen die eigentlichen Behandlungskosten.
Solche Beträge beeinflussen das Verhalten: Patienten überlegen zweimal, ob sie wirklich nachts aufbrechen.
Praktische Wünsche an die Systempartner
Um Abläufe zu verbessern, schlägt der Apotheker konkrete Änderungen vor.
- Direkte Telefonverbindung zwischen Apotheken und Notfallpraxen.
- Klare Regelungen zum Noctu-Kreuz.
- Angemessene Anpassung der Notdienstvergütung.
Bošković sagt: Er helfe gerne, doch die Rahmenbedingungen müssten stimmen, damit der Apothekennotdienst langfristig tragfähig bleibt.












