Neueröffnungen und Übernahmen: überraschende Lichtblicke, die Hoffnung machen

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2025 brachte für die Apothekenlandschaft in Deutschland ein Wechselbad: Während manche Filialen schließen mussten, entstanden an anderen Orten neue Standorte oder bewahrten Übernahmen die medizinische Versorgung. Dieser Bericht zeigt, wo Apothekerinnen und Apotheker Mut bewiesen haben — und welche Konzepte jetzt Hoffnung geben.

Wie viele Neueröffnungen und Übernahmen es gab

Bis Ende des dritten Quartals registrierten Branchenbeobachter insgesamt 46 neue Apotheken in Deutschland. Dazu kamen zahlreiche Übernahmen, die drohende Schließungen verhinderten. Diese Kombination aus Neugründungen und geretteten Betrieben hält die Arzneimittelversorgung stabil.

Rasch gebaut, sofort einsatzbereit: ein Beispiel aus Cham

Schnelle Umsetzung im Gesundheitszentrum

In Cham eröffnete Apotheker Alexander Pöschl im April eine dritte Filiale. Die neue Apotheke entstand aus einem Rohbau in nur 14 Tagen. Sie liegt in einem Gesundheitszentrum mit Sanitätshaus und mehreren Arztpraxen.

Für Pöschl ist die Lage entscheidend: Nur in einem passenden Umfeld lasse sich eine Apotheke zukunftsfähig betreiben. Die Standortwahl und das Verständnis für lokale Bedürfnisse standen für ihn im Mittelpunkt.

Digitalisierung trifft Beratung: moderne Konzepte vor Ort

Beelitz-Heilstätten: Technik für mehr Zeit am Kunden

Die Heide-Apotheke in Beelitz-Heilstätten startete mit automatisierten Abhol- und Kommissioniersystemen. Inhaberin Franziska Gürtler nutzt Technik, um mehr Raum für persönliche Beratung zu schaffen.

Das Ergebnis: Kunden schätzen den Service und die Präsenz vor Ort.

Heringen: Persönliche Beratung als Kern

In Heringen übernahm Nadin Kruse die Helme-Apotheke. Die 7000-Einwohner-Stadt hat damit wieder eine Apotheke im Ort.

Kruse setzt auf intensive Beratung und plant Erweiterungen im Bereich Naturheilkunde und Mikronährstoffe. Für sie ist die Beratung das Herzstück der täglichen Arbeit.

Neustarts sichern die Versorgung in Stadtteilen

Leipzig-Stötteritz: Anlaufstelle erhalten

Apothekerin Anke Groitzsch eröffnete im September eine Filiale in Stötteritz. Bewohner bestätigten bereits, dass der Schritt richtig war. Die Apotheke dient wieder als lokale Anlaufstelle für Medikamente und Beratung.

Lindow: Schritt in die Selbstständigkeit

Dorothee Hartmann übernahm zu Jahresbeginn die Apotheke in Lindow und startete damit in die Selbstständigkeit. Sie wird von ihrem Kollegen Christian Mahr unterstützt.

Generationwechsel und Übernahmen in Familienbetrieben

Zum Jahresende kündigte Jona Barbara Köhler an, die Apotheken ihrer Eltern in Mülheim an der Ruhr in vierter Generation weiterzuführen. Ihr Anliegen: Erhalt der Familienbetriebe und Kontinuität für die Kunden.

In Heidelberg übernimmt Dr. Parniyan Alamdari Anfang Januar drei Apotheken in der Region. Sie betont das Kompetenzteam an ihrer Seite und blickt optimistisch auf die Zukunft.

Rettungen in letzter Minute

  • Sano-Apotheke: Omar Obaid und seine Frau übernahmen die Filiale zum 1. August. Damit wurde eine Schließung verhindert.
  • Winterberg: Jasmin Ennulath plant die Übernahme der Franziskus-Apotheke zum Jahreswechsel. Sie setzt auf Telemedizin und will jüngere Zielgruppen ansprechen.

In beiden Fällen reagierten Anwohner und Patientinnen erleichtert. Die Nähe zur Arztpraxis bleibt ein wichtiges Argument für die Akzeptanz.

Junge Gründer wagen den Schritt in die Selbstständigkeit

Othfresen: Mutige Entscheidung

Am 1. April traten Bedran Ceylan und Kateryna Bernyk als neue Inhaber der Berg-Apotheke in Othfresen an. Beide beschreiben die Übernahme als bewussten, antizyklischen Schritt.

Cottbus und Düsseldorf: Wachstum und Zukunftsvision

Maria Hinz investierte in Cottbus in eine zweite Apotheke. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen vertraut sie auf den Bedarf vor Ort. „Reichtum ist nicht das Ziel“, sagt sie, doch die Selbstständigkeit traut sie sich zu.

In Düsseldorf eröffnete Vildane Idrizi-Sinani die Apotheke Deiker Höfe neu. Das Konzept verbindet digitale Services, eine Arztkabine und Selbstbedienungskassen. Ziel: Beratung stärken und Abläufe modernisieren.

Warum jetzt wieder mehr Existenzgründungen möglich sind

Rechtsökonomin Silke Wolff von der Treuhand Hannover beobachtet einen Trend: Das Interesse an Apothekengründungen steigt. Veranstaltungen zu diesem Thema seien gut besucht.

  • Mehr Mut bei potenziellen Gründern
  • Verstärktes Interesse an selbstständiger Tätigkeit
  • Neue Konzepte mit Digitalisierung und Serviceangeboten

Wolff zufolge lohnt sich eine sorgfältig geplante Gründung — sofern Standort und Konzept passen.

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