SMC-B: Medisign-Ausfälle seit Jahreswechsel beeinträchtigen Praxen

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In Berlin sorgt die Umstellung der Telematikinfrastruktur auf moderne Verschlüsselungstechnik weiterhin für Debatten und technische Nachbesserungen. Arztpraxen und IT‑Dienstleister kämpfen mit Kompatibilitätsproblemen, während Hersteller und die Gematik an Lösungen arbeiten. Wer jetzt handelt, kann Störungen im Praxisalltag vermeiden.

Warum ECC statt RSA: Die Hintergründe der Umstellung

Die Telematikinfrastruktur (TI) wechselt von RSA zu ECC, um die Sicherheit und Effizienz der Verbindungen zu erhöhen. ECC steht für Elliptic Curve Cryptography. Diese Kurvenkryptografie bietet bei kürzeren Schlüsseln gleichwertigen Schutz wie ältere RSA-Algorithmen.

Das Ziel: Angemessener Schutz gegen moderne Angriffs­methoden und Erfüllung europäischer Vorgaben.

Welche Komponenten betroffen sind

  • eHBA (elektronische Heilberufsausweise)
  • SMC-B (Institutionskarten für Leistungserbringer)
  • Konnektoren verschiedener Hersteller
  • Primärsysteme und KIM‑Clients

Hersteller wie Medisign und D‑Trust mussten ihre Kartenproduktion anpassen. Seit dem 1. Januar dürfen nur noch ECC‑fähige Karten ohne RSA‑Zertifikate ausgegeben werden.

Aktuelle Störfälle: Was in Praxen auftritt

Seit Jahresbeginn melden einige Anwender Probleme beim VPN-Zugang zur TI. Die Gematik spricht von vereinzelten Beeinträchtigungen. Ursache ist meist eine unglückliche Kombination aus ECC‑Zertifikat beim Konnektor und RSA‑Signatur auf der SMC‑B.

Wie die Fehlfunktion entsteht

  • Der Konnektor meldet sich mit einem ECC‑Zertifikat.
  • Die SMC‑B liefert jedoch eine Signatur mit einem RSA‑Zertifikat.
  • Der VPN‑Zugangsdienst erkennt die Mischung als ungültig.

Konkrete Empfehlungen der Gematik

Die Gematik fordert betroffene Einrichtungen zur Neuregistrierung ihrer Konnektoren auf. Nur so passe die Signaturtechnik zum eingesetzten Verschlüsselungsalgorithmus.

  • Secunet‑Konnektoren: Firmware‑Update auf Version 5.70.6 erforderlich.
  • Anschließend Neuregistrierung mit ECC‑Zertifikat am VPN‑Zugangsdienst.
  • KoCo‑Box‑Konnektoren: Aktuell kein genereller Workaround verfügbar.
  • Rise‑Konnektoren: Nach Stand der Informationen nicht betroffen.

Was Praxisbetreiber jetzt tun sollten

Prüfen Sie Ihre Ausstattung und sprechen Sie mit Ihrem Anbieter. Die folgenden Schritte helfen, Unterbrechungen zu vermeiden.

  1. Kontaktieren Sie Ihren IT‑Dienstleister oder Kartenhersteller.
  2. Prüfen Sie Firmwarestände und verfügbare Updates.
  3. Planen Sie eine Neuregistrierung des Konnektors mit ECC‑Zertifikat.
  4. Sichern Sie vor Änderungen wichtige Einstellungen und Logs.

Stand der Herstellerarbeiten und offene Fragen

Medisign und D‑Trust hatten die Umstellung vorangetrieben, was zu Verunsicherung führte. Die Gematik gewährte deshalb zeitlich begrenzten Aufschub. Dennoch bleiben Fragen zu Interoperabilität und Testing.

Was noch fehlt

  • Einige KoCo‑Box‑Lösungen benötigen einen getesteten Workaround.
  • Abstimmungen zwischen Konnektor‑Firmware und Kartenzertifikaten sind laufend.
  • Dokumentationen für Praxen müssen aktualisiert werden.

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