Blutspenden knapp: Dahmen fordert mehr Telemedizin

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Berlin — In Deutschland ist die Zahl der Blutspenden zuletzt deutlich eingebrochen. Feiertage, kaltes Wetter und eine Welle von Atemwegserkrankungen haben die Vorräte geschmälert. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt vor Engpässen und ruft gesunde Menschen zur Unterstützung auf.

Aktuelle Bestände: Von der Vier-Tage-Regel zu kritischen Vorräten

Normalerweise plant das DRK so, dass Kliniken für rund vier Tage mit Blut versorgt werden können. Aktuell liegt die Versorgung einzelner Blutgruppen aber deutlich darunter. Manche Typen reichen nur noch für etwa anderthalb Tage. Diese Abweichung erhöht das Risiko für geplante Operationen und Notfallversorgung.

Warum Spenden derzeit seltener stattfinden

Mehrere Faktoren treffen derzeit zusammen:

  • Feiertage reduzierten die Zahl verfügbarer Termine.
  • Erkältungen und Grippe halten potenzielle Spender zu Hause.
  • Schnee und Glätte schränken Mobilität und Teilnahme ein.

Wer akute Atemwegsbeschwerden hat, wird gebeten, nicht zu spenden. Laut Empfehlungen des DRK gilt nach solchen Infektionen eine Sperrzeit von ein bis vier Wochen. Diese Fristen verschärfen die Lage zusätzlich.

Tipps für Spender: So helfen Sie effektiv

Das DRK hofft auf kurzfristige Buchungen nach seinem Appell. Das kann zu längeren Wartezeiten führen. Wer sich trotzdem engagieren möchte, sollte Folgendes beachten:

  • Prüfen Sie Ihre Gesundheit: Nur fitte Personen spenden.
  • Buchen Sie einen Termin online oder telefonisch.
  • Wenn kurzfristig kein Slot frei ist, planen Sie in einigen Wochen.
  • Regelmäßige Spenden schaffen Stabilität — etablieren Sie eine Spender-Routine.
  • Bringen Sie einen Lichtbildausweis und ausreichend Flüssigkeit mit.

Kontinuität bei Spenden verhindert künftige Engpässe. Selbst wenn heute kein Termin verfügbar ist, hilft späteres Kommen der Versorgung langfristig.

Politische Forderung: Mehr Telemedizin bei Blutspende-Abläufen

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sieht in der Lage Handlungsbedarf. Er fordert flexiblere Strukturen und mehr Einsatz von Telemedizin bei Spendestellen. Nach einer Gesetzesänderung wäre es möglich, dass Ärztinnen und Ärzte nicht durchgängig vor Ort sein müssen.

Vorteile digitaler Lösungen

  • Mehr verfügbare Termine durch flexiblere ärztliche Betreuung.
  • Bessere Abfederung von Ausfällen bei Personalmangel.
  • Einheitliche, digitale Protokolle könnten Abläufe beschleunigen.

Um Telemedizin flächendeckend einzusetzen, fehlt laut Dahmen noch eine klare Verordnung des Gesundheitsministeriums. Nur so wird der Einsatz rechtssicher und verlässlich.

Warum jede Spende zählt: Bedarf und Verfügbarkeit

Deutschland benötigt laut Experten täglich rund 15.000 Blutspenden. Blutprodukte lassen sich nicht künstlich herstellen und sind nur begrenzt haltbar. Deshalb ist aktuell jede einzelne Spende besonders wertvoll.

Dahmen appelliert an gesunde Bürgerinnen und Bürger: Wer spenden kann, sollte jetzt einen Termin wahrnehmen. Die Spenden werden unter anderem für Operationen, Notfälle, Krebstherapien und die Versorgung chronisch Kranker benötigt.

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