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Ein kurzer Mittagsschlaf wirkt oft wie ein kleiner Energieschub. Neue Auswertungen zeigen jedoch, dass die Dauer, der Zeitpunkt und die Regelmäßigkeit von Nickerchen bei älteren Menschen eng mit dem späteren Sterberisiko verknüpft sein könnten.
Großes Datenset und Messmethode: Was untersucht wurde
Wissenschaftler werteten Daten von über 86.000 Erwachsenen aus der UK Biobank aus. Die Teilnehmenden waren im Mittel etwa 63 Jahre alt; rund 57 Prozent waren Frauen. Alle waren keine Schichtarbeiter.
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Die Schlafdaten beruhen auf Aktigraphen. Diese Bewegungsaufzeichner trugen die Probanden eine Woche lang am Handgelenk. So ließen sich Ruhephasen, Bewegung und Tagesrhythmen objektiv erfassen.
Wann und wie lange wird geschlafen? Verteilung der Nickerchen
Als Tagschlaf zählten die Forschenden jede Ruhephase zwischen 9 und 19 Uhr. Im Schnitt schliefen die Teilnehmenden täglich etwa 0,4 Stunden. Das entspricht knapp 24 Minuten.
- 34 % der Nickerchen traten zwischen 9 und 11 Uhr auf
- 10 % zwischen 11 und 13 Uhr
- 14 % zwischen 13 und 15 Uhr
- 19 % zwischen 15 und 17 Uhr
- 22 % zwischen 17 und 19 Uhr
Langzeitbeobachtung: Nickerchen und Sterblichkeit
Die Probanden wurden fast elf Jahre lang nachverfolgt. In diesem Zeitraum verzeichnete die Studie 5.189 Todesfälle.
Analysen zeigen Zusammenhänge zwischen bestimmten Napping-Parametern und höherer Sterblichkeit. Wichtige Beobachtungen:
- Längere tägliche Nickerchen waren mit einem um etwa 20 Prozent erhöhten Sterberisiko verbunden.
- Hohe Schwankungen in der Nickerchendauer gingen mit rund 14 Prozent höherem Risiko einher.
- Nickerchen am späten Vormittag und frühen Nachmittag zeigten eine stärkere Assoziation mit erhöhter Mortalität.
Interpretation: Indikatoren oder Ursache?
Die Forschenden betonen, dass Tagschlafmuster nicht zwingend die Todesursache sind. Vielmehr könnten sie ein Warnsignal für bereits bestehende Gesundheitsprobleme sein.
Als mögliche Erklärungen nennen die Studienautor:innen:
- schlechter Nachtschlaf
- Störungen der inneren Uhr
- chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden oder Stoffwechselstörungen
- psychische Erkrankungen oder frühe neurodegenerative Veränderungen
Was das für Praxis und Forschung bedeutet
Für Ärztinnen und Ärzte kann das Napping-Verhalten eine zusätzliche Informationsquelle sein. Längere oder sehr unregelmäßige Nickerchen sollten Anlass bieten, Schlafqualität und mögliche Erkrankungen genauer abzuklären.
Die Studiengruppe aus Boston und Harvard präsentierte die Ergebnisse auf dem Kongress Sleep 2025. Die Forschenden fordern weitere Untersuchungen, um zu klären, ob Tagschlaf direkt zu erhöhten Risiken beiträgt oder lediglich ein Begleitmarker ist.












