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Weltweit wurden zahlreiche Chargen von Säuglingsnahrungen zurückgerufen, weil sie potenziell das Bakteriengift Cereulid enthalten könnten. Behörden und Hersteller betonen, viele Maßnahmen seien vorsorglich. Experten sagen: Bei vielen Proben lagen die Werte deutlich unter der Grenzmarke, ab der von einer akuten Gesundheitsgefahr ausgegangen wird.
Betroffene Marken und Länder: Wer ist aktuell betroffen?
Die Rückrufe betreffen verschiedene Hersteller und Regionen. Verbraucher sollten Chargennummern prüfen.
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- Deutschland & Österreich: Danone hat mehrere Chargen der Marke Aptamil zurückgerufen.
- Schweiz: Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) meldete betroffene Produkte unter anderem von BEBA, Alfamino, Bimbosan und Babybio.
- Weitere Hersteller und Länder melden teils vorsorgliche Rückrufe, da Lieferketten ARA-Öl gemeinsam nutzen.
Worum handelt es sich bei Cereulid?
Cereulid ist ein Toxin, das von bestimmten Stämmen des Bakteriums Bacillus cereus gebildet wird.
- Bacillus cereus bildet hitzeresistente Sporen.
- Das Bakterium kommt weltweit in Erde und Staub vor.
- Es kann Biofilme bilden und damit lange überdauern.
Cereulid selbst ist hitzestabil und wird nicht durch normales Erhitzen leicht zerstört. Kleine Keimzahlen sind meist unproblematisch. Gefährlich wird es, wenn Sporen keimen und sich die Bakterien stark vermehren.
Typische Symptome und mögliche Gefahren
Nach Aufnahme des Toxins treten oft schnelle Magen-Darm-Beschwerden auf.
- Übelkeit und starkes Erbrechen meist binnen 30 Minuten bis 6 Stunden.
- Beschwerden klingen in der Regel innerhalb von 24 Stunden ab.
- Hohe Konzentrationen können Leber- oder Nierenschäden verursachen.
- Sehr selten sind auch tödliche Verläufe dokumentiert.
Bei Säuglingen ist besondere Vorsicht geboten: Schon kürzere oder starke Erbrechensphasen können rasch zu Flüssigkeitsverlust führen.
Wie gelangte das Toxin möglicherweise in die Babynahrung?
Ermittlungen deuten auf eine Verunreinigung in einer Zutat hin, die viele Hersteller verwenden.
- ARA-Öl (Arachidonsäure) ist eine wichtige Zutat in einigen Säuglingsnahrungen.
- Wurde dieses Öl auf Herstellerseite kontaminiert, betrifft das viele Marken.
- Deshalb gab es länderverbindende Rückrufe, nicht allein aufgrund nachgewiesener Werte, sondern auch vorsorglich.
Was Eltern jetzt konkret tun sollten
Handeln Sie ruhig, aber zügig. Überprüfen Sie Packungen und Chargennummern.
- Stoppen Sie die Fütterung mit betroffenen Chargen sofort.
- Bringen Sie das Produkt zum Verkaufsort zurück oder folgen Sie den Rückgaberichtlinien des Herstellers.
- In Deutschland und Österreich bietet Danone für Aptamil laut Hersteller Rückerstattung auch ohne Kassenbon an.
Bei Symptomen: Wann Sie den Arzt rufen sollten
- Bei Erbrechen oder Durchfall wenden Sie sich an Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt.
- Bei Anzeichen von Dehydrierung (trockener Mund, weniger nasse Windeln, schlaffes Verhalten) sofort ärztliche Hilfe oder Notaufnahme aufsuchen.
- Halten Sie Informationen zur betroffenen Charge bereit, wenn Sie medizinischen Rat einholen.
Praktische Zubereitungs- und Sicherheitsregeln
- Stellen Sie Pulvermilch immer frisch und nur kurz vor dem Füttern her.
- Lassen Sie fertige Flaschen nicht stundenlang bei Raumtemperatur stehen.
- Entsorgen Sie Reste sicherheitshalber.
Was Behörden und Hersteller sagen
Behörden prüfen Proben und kommunizieren Chargennummern öffentlich. Viele Rückrufe sind vorsorglich, sagen Experten. Verbraucher sollten den Anweisungen folgen und bei Unsicherheit den Kundendienst der Hersteller oder die zuständige Behörde kontaktieren.












