Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen
- Großes dänisches Forschungsprojekt liefert Vergleich
- Wer wurde eingeschlossen und wie lief die Datenerhebung?
- Welche Endpunkte wurden betrachtet?
- Deutliche Unterschiede bei Personen mit Diabetes
- Ergebnisse bei Menschen ohne Diabetes
- Einfluss der Diabetes-Dauer auf den Impfschutz
- Methodische Hinweise und Veröffentlichung
- Relevanz für Impfstrategien bei älteren Menschen
Ältere Menschen mit Diabetes tragen ein erhöhtes Risiko, bei einer Grippe schwer zu erkranken. Eine neue Auswertung aus Dänemark legt nahe, dass hochdosierte Grippeimpfstoffe diesen Gruppen einen kleinen, aber wichtigen Vorteil bringen können.
Großes dänisches Forschungsprojekt liefert Vergleich
Die Analyse basiert auf der randomisierten Danflu-2-Studie. Sie umfasst Hunderttausende Impfungen bei Personen ab 65 Jahren. Ziel war es, Wirkungen eines hochdosierten gegen einen standarddosierten inaktivierten Influenzaimpfstoff zu bewerten.
Rezepturen in Gefahr: BMG blockiert AMPreisV
Grippeimpfstoffe 2026/27 bleiben trivalent: was das jetzt bedeutet
Wer wurde eingeschlossen und wie lief die Datenerhebung?
In die Untersuchung gingen 332.438 Teilnehmende in Dänemark ein. Die Beobachtungszeiträume deckten die Saisons 2022/23 bis 2024/25 ab. Das Durchschnittsalter lag bei etwa 74 Jahren.
- Rund 48,6 % der Teilnehmenden waren Frauen.
- 43.881 Personen (13,2 %) hatten einen dokumentierten Diabetes mellitus.
- Die Zuteilung zu den Impfstoffen erfolgte zufällig. Auswertung erfolgte anhand nationaler Registerdaten.
Welche Endpunkte wurden betrachtet?
Die Forscher erfassten Krankenhausaufenthalte aus verschiedenen Gründen. Im Fokus standen:
- cardiorespiratorische Hospitalisierungen
- kardiovaskuläre Krankenhausaufenthalte
- direkte Hospitalisierungen wegen Influenza
Deutliche Unterschiede bei Personen mit Diabetes
Bei Teilnehmenden mit Diabetes zeigte der hochdosierte Impfstoff eine messbare Verringerung von Krankenhausfällen.
- 7,4 % weniger cardiorespiratorische Hospitalisierungen.
- 12 % weniger kardiovaskuläre Krankenhausaufenthalte.
- 41,6 % weniger Influenza-bedingte Hospitalisierungen.
Ergebnisse bei Menschen ohne Diabetes
Auch Personen ohne Diabetes profitierten vom hochdosierten Impfstoff, wenn auch etwas anders verteilt.
- 5,3 % weniger cardiorespiratorische Hospitalisierungen.
- 6 % weniger kardiovaskuläre Krankenhausaufenthalte.
- 44,3 % weniger Influenza-Hospitalisierungen.
Einfluss der Diabetes-Dauer auf den Impfschutz
Die Dauer der Diabeteserkrankung veränderte die Wirksamkeit des hochdosierten Impfstoffs.
- Bei Diabetes seit mehr als fünf Jahren: 20,4 % weniger cardiorespiratorische Hospitalisierungen.
- Bei Diabetesdauer ≤ fünf Jahre: kein relevanter Unterschied (0,4 %).
Methodische Hinweise und Veröffentlichung
Es handelt sich um eine sekundäre Auswertung der randomisierten Studie. Die Daten stammen aus nationalen Gesundheitsregistern. Die Ergebnisse wurden kürzlich in JAMA Internal Medicine publiziert.
Stärken und Grenzen der Analyse
- Stärken: sehr große Stichprobe und randomisierte Zuteilung.
- Limitationen: sekundäre Analyse und mögliche saisonale Schwankungen.
Relevanz für Impfstrategien bei älteren Menschen
Für Ältere mit langjährigem Diabetes scheint der hochdosierte Impfstoff besonders bei Vermeidung von Krankenhausaufenthalten wirksam zu sein. Das ist wichtig für Entscheidungsträger im Gesundheitswesen und für ärztliche Impfempfehlungen.
Was Patientinnen und Patienten wissen sollten
- Diabetes erhöht das Risiko schwerer Grippeverläufe.
- Hochdosierte Impfstoffe lösen stärkere Immunantworten aus.
- Wer länger an Diabetes leidet, kann größeren Nutzen erleben.












