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Die Apothekerschaft ruft für den 23. März zu einem bundesweiten Protesttag auf. Viele Apotheken werden an diesem Tag schließen, während Notdienst-Apotheken die Versorgung sichern. In mehreren Großstädten sind zentrale Kundgebungen geplant. Der Präsident der saarländischen Apothekerkammer, Manfred Saar, verlangt von der Politik eine schnelle Umsetzung der zugesagten Honoraranpassung.
Hintergrund der Proteste: Warum es um Existenz geht
Apotheken sehen sich seit Jahren steigenden Kosten gegenüber. Betriebskosten seien deutlich gestiegen, während die Vergütung kaum mitgewachsen sei. Das belastet besonders kleinere Standorte.
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- Kostenanstieg: In den letzten 13 Jahren stiegen die Ausgaben laut Angaben der Kammer deutlich.
- Schließungswelle: Seit 2013 mussten viele Apotheken aufgeben; die Zahl der Schließungen ist erheblich.
- Versorgungsrisiken: Vor allem ländliche Regionen könnten dadurch schlechter versorgt werden.
Was am 23. März geplant ist: Aktionen und Orte
Der Aktionstag umfasst geschlossene Apotheken im ganzen Land. Notdienst-Apotheken bleiben geöffnet, um die Arzneimittelversorgung sicherzustellen.
Zentrale Kundgebungen
- Berlin
- Hannover
- München
- Düsseldorf
Die Veranstalter wollen mit den Kundgebungen die Aufmerksamkeit für die Lage der Apotheken erhöhen. Die Forderung lautet: konkrete und zeitnahe Verbesserungen statt bloßer Ankündigungen.
Die Forderung nach einer konkreten Honorarerhöhung
Im Koalitionsvertrag war eine Erhöhung des Apothekenhonorars vorgesehen. Konkret sollte das Pauschalhonorar pro Packung von €8,35 auf €9,50 steigen. Für viele Apotheker ist das ein notwendiger Schritt, um die wirtschaftliche Basis zu stabilisieren.
- Erwartetes Ziel: Anpassung des Pauschalbetrags pro Packung.
- Unsicherheit: Wann und wie die Erhöhung umgesetzt wird, bleibt offen.
Politik und Gesetzesvorhaben: ApoVWG im Fokus
Die Bundesregierung arbeitet an einem Gesetz zur Weiterentwicklung der Apothekenversorgung (ApoVWG). Vertreter der Regierungsfraktionen signalisierten, die Honorarregelung per Verordnung regeln zu wollen.
Unklare Zeitpläne und Umsetzungsfragen
Gesundheitsministerin Nina Warken und andere Politiker betonten die Absicht, konkrete Regelungen zu schaffen. Allerdings fehlt bisher ein verbindlicher Zeitplan.
- Keine eindeutige Festlegung des Startzeitpunkts.
- Unklarheiten zu Finanzierung und Ausgestaltung.
- Apotheker fordern Verbindlichkeit statt vager Zusagen.
Beschlüsse der ABDA und die Warnung vor neuen Modellen
Die Mitgliederversammlung der ABDA verabschiedete eine Resolution. Darin fordert das höchste Gremium der Apothekerschaft eine umgehende wirtschaftliche Stärkung der Apotheken.
Die Resolution kritisiert zudem Pläne, die eine Apotheke ohne dauerhaft anwesende Apothekerinnen und Apotheker ermöglichen könnten. Solche Modelle würden die Arzneimitteltherapiesicherheit gefährden.
- Forderung: Finanzielle Absicherung und klare Honorarstrukturen.
- Warnung: Apotheken ohne fachliche Präsenz gefährden Patientinnen und Patienten.
- Sicherheit: Arzneimitteltherapiesicherheit müsse oberste Priorität bleiben.
Auswirkungen auf Patientinnen und Patienten
Apotheken vor Ort sind für kurzfristige Versorgung und Beratung entscheidend. Wenn viele Standorte wegfallen, nimmt die Erreichbarkeit ab. Besonders chronisch kranke und ältere Menschen wären betroffen.
Die Apothekerschaft betont, dass demografischer Wandel und die Vorbereitung auf Krisen mehr lokale Versorgung erfordern. Deshalb sei eine stabile wirtschaftliche Grundlage für Apotheken zwingend nötig.












