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Nach einer schlaflosen Nacht haben viele Menschen ein unbändiges Verlangen nach Süßem oder Fettigem. Forscherinnen und Forscher aus Großbritannien liefern jetzt neue Daten, die zeigen: Wer regelmäßig schlecht oder zu wenig schläft, neigt zu Essmustern, die eine Gewichtszunahme begünstigen.
Große Datenbasis: Wie die Studie vorgeht und was sie misst
Für die Untersuchung wertete das Team Fragebogen-Daten von über 27.000 Erwachsenen aus.
Die Teilnehmenden schätzten ihre Schlafqualität auf einer Skala und gaben ihre durchschnittliche Nachtdauer an.
Diese Angaben setzten die Forschenden zu typischen Essgewohnheiten in Beziehung.
Schlechter Schlaf fördert emotionales Essen und Snacks
Je schlechter Menschen ihren Schlaf bewerteten, desto häufiger berichteten sie von Essen aus Gefühlen.
- Frustessen, Stressessen und Essen aus Langeweile traten häufiger auf.
- Viele gaben an, sich mit Nahrung zu belohnen oder aufzuheitern.
- Snacks zwischen den Mahlzeiten kamen bei schlechten Schläfern häufiger vor.
Das Ergebnis: Über den Tag summieren sich mehr Kalorien. Das erhöht das Risiko für Übergewicht.
Weniger Schlaf, stärkere Heißhungerattacken
Auch die Schlafdauer spielte eine zentrale Rolle. Personen mit unter sieben Stunden Schlaf zeigten auffällige Essmuster.
- Mehr Fälle von Überessen bei einzelnen Mahlzeiten.
- Schwierigkeiten, Portionen zu reduzieren oder den Teller stehen zu lassen.
- Häufigeres Essen als Reaktion auf negative Gefühle.
Biologische Hintergründe: Hormone und Energieaufnahme
Frühere Forschungen deuten darauf hin, dass Schlafmangel die Tageskalorien um rund 250–385 kcal erhöht.
Das hat biochemische Ursachen:
- Das appetitanregende Hormon Ghrelin steigt an.
- Die appetitzügelnden Hormone Leptin und Peptid YY sinken.
Effekt unabhängig vom Körpergewicht
Die Analyse untersuchte auch, ob der Body-Mass-Index den Zusammenhang verändert.
Das Muster blieb bei Normalgewichtigen, Übergewichtigen und Adipösen ähnlich.
Schlechter Schlaf ging unabhängig vom BMI mit ungünstigen Essgewohnheiten einher.
Praktische Regeln, um Schlaf und Essverhalten zu verbessern
Viele Menschen können ihren Schlaf mit einfachen Maßnahmen verbessern. Das wirkt oft positiv aufs Essverhalten.
- Halten Sie regelmäßige Zubett- und Aufstehzeiten ein.
- Schaffen Sie eine dunkle, kühle und ruhige Schlafumgebung.
- Vermeiden Sie Bildschirme, Koffein, Alkohol und schwere Mahlzeiten am Abend.
- Ein festes Abendritual und Entspannungsübungen helfen beim Abschalten.
- Regelmäßige körperliche Aktivität tagsüber fördert die Nachtruhe.
- Manche Heilpflanzen können bei innerer Unruhe unterstützend wirken.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
Bei anhaltender Schlaflosigkeit, starker Tagesmüdigkeit oder auffälligem Schnarchen sollte eine medizinische Abklärung erfolgen.
Besonders ratsam ist das, wenn emotionale Essanfälle, wiederkehrender Heißhunger oder Gewichtszunahme hinzukommen.












