Grippeimpfstoffe 2026/27 bleiben trivalent: was das jetzt bedeutet

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Die Weltgesundheitsorganisation hat die Empfehlungen für die Grippeimpfstoffe der Saison 2026/27 veröffentlicht. Damit werden Hersteller und Behörden frühzeitig über die zu erwartenden Virusvarianten informiert. Das Ziel bleibt klar: die Bevölkerung bestmöglich vor Influenza-Infektionen und schweren Verläufen zu schützen.

WHO-Empfehlung: Weiterhin auf trivalente Impfstoffe setzen

Die Expert:innen der WHO schlagen vor, die Vakzine für die Nordhalbkugel erneut anzupassen. Geplant ist der Einsatz trivalenter Impfstoffe, also Präparate mit zwei Influenza-A- und einem Influenza-B-Stamm. Diese Entscheidung folgt aus aktuellen Überwachungsdaten und der erkannten Viruslage.

Welche Viren dominieren aktuell?

In der laufenden Saison stand vor allem Influenza A(H3N2) im Fokus. Diese Variante trat früher auf als sonst und löste viele Erkrankungen aus. Auch A(H1N1) tauchte häufig auf. Influenza-B-Viren der B/Victoria-Linie wurden seltener registriert.

Empfohlene Zusammensetzung der Impfstoffe 2026/27

Die WHO unterscheidet nach Produktionsverfahren. Für Eier-basierte Impfstoffe lauten die empfohlenen Virusstämme:

  • A/Missouri/11/2025 (H1N1)pdm09-ähnliches Virus
  • A/Darwin/1454/2025 (H3N2)-ähnliches Virus
  • B/Tokyo/EIS13-175/2025 (B/Victoria-Linie)-ähnliches Virus

Für zellkulturbasierte und rekombinante Impfstoffe empfiehlt die WHO eine leicht abweichende Kombination:

  • A/Missouri/11/2025 (H1N1)pdm09-ähnliches Virus
  • A/Darwin/1415/2025 (H3N2)-ähnliches Virus
  • B/Pennsylvania/14/2025 (B/Victoria-Linie)-ähnliches Virus

Grundlage der Entscheidung: Globale Überwachung und Analyse

Die Empfehlungen stützen sich auf internationale Surveillance-Daten. Labore und Gesundheitsbehörden weltweit liefern Proben und Sequenzdaten. Daraus leiten Expert:innen ab, welche Stämme aktuell dominieren und welche Anpassungen sinnvoll sind.

Warum unterschiedliche Stämme für verschiedene Herstellungsverfahren?

Viren verändern sich während der Produktion. Bei eierbasierten Verfahren entstehen manchmal Anpassungen. Daher kann ein anderer Referenzstamm für zellbasierte oder rekombinante Vakzine besser passen. Hersteller orientieren sich an diesen Vorgaben.

Was ist mit der B/Yamagata-Linie?

Die B/Yamagata-Linie ist seit März 2020 nicht mehr nachgewiesen worden. Deshalb bleibt sie auch in dieser Empfehlung außen vor. Quadrivalente Impfstoffe mit B/Yamagata sind derzeit nicht erforderlich, da das Infektionsrisiko als sehr gering eingeschätzt wird.

Aktuelle Lage in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut meldet rückläufige Fallzahlen. Der Höhepunkt der Saison 2025/26 scheint überschritten. Dennoch laufen Vorbereitungen für die nächste Saison bereits auf Hochtouren. Behörden und Hersteller nutzen die WHO-Empfehlung, um Produktionspläne anzupassen.

Was bedeutet das für Impfwillige und Gesundheitseinrichtungen?

  • Hersteller beginnen mit der Anpassung und Produktion.
  • Ärzt:innen und Impfzentren werden über die neuen Stämme informiert.
  • Für Risikogruppen bleibt die jährliche Impfung ein wichtiger Schutz.

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