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- Fünf Kundgebungen gegen das Abgleiten der Apothekenlandschaft
- Warum viele Betriebe diesmal komplett mitmachen
- Aus Hannover: Schließung, Sorgen und Appell an die Politik
- Konkrete Forderungen: Honorar, Ausbildung, Strukturreformen
- Vertreterinnen und Vertreter: Stimmen aus Verbänden und Kammer
- Fulda: Lokaler Protest mit bundesweiter Resonanz
- Unterstützung aus der Pharma-Branche
Heute sind Apothekerinnen und Apotheker mit ihren Teams in fünf Städten auf den Straßen. Viele Apotheken blieben geschlossen, damit Mitarbeitende an den Kundgebungen teilnehmen können. Die Forderung lautet klar: bessere Bezahlung, Planbarkeit und ein verlässliches Fixum für die Zukunft der Versorgung.
Fünf Kundgebungen gegen das Abgleiten der Apothekenlandschaft
Die zentralen Aktionen finden in Berlin, Hannover, Düsseldorf, München und einer eigenen Veranstaltung in Fulda statt. Ziel der Proteste ist, auf die wirtschaftliche Schieflage aufmerksam zu machen.
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Protest: wir stehen vor dem Nichts, verzweifelte Stimmen
- Zahlreiche Apotheken schlossen für den Tag; Notdienst-Apotheken blieben erreichbar.
- Teams reisten geschlossen an, um gemeinsam Flagge zu zeigen.
- Medienvertreter berichteten vor Ort über die Demonstrationen.
Warum viele Betriebe diesmal komplett mitmachen
Apothekeninhaber berichten, dass das Problem nicht allein Fachkräftemangel ist. Vielmehr verliere der Beruf durch schlechte Bedingungen an Attraktivität.
Beispiel aus Albstadt
Inhaber Hans-Joachim Hofmann von der Langenwand-Apotheke in Albstadt-Tailfingen reiste mit 16 Teammitgliedern nach München. Er sagt, es gehe um mehr als Personal: Bezahlung, Arbeitszeiten und Perspektiven müsse man verbessern, sonst verliere der Beruf seine Zukunft.
Aus Hannover: Schließung, Sorgen und Appell an die Politik
Constanze Linz von der Leibniz-Apotheke kündigte an, ihre Apotheke um 12 Uhr zu schließen und zur Kundgebung zu gehen. Der Aufruf: Das Fixum muss erhöht werden, damit Apotheken langfristig bestehen können.
Teilnehmende in Hannover betonten, dass viele Betriebe nicht teilnehmen können, weil der Umsatzverlust zu groß wäre. Gleichzeitig warnen sie, dass ohne wirtschaftliche Planungssicherheit kaum jemand eine neue Apotheke eröffnen will.
Konkrete Forderungen: Honorar, Ausbildung, Strukturreformen
Protestierende nennen mehrere Baustellen, die sofort angegangen werden sollten.
- Erhöhung des Fixums und Honorarsteigerungen für Apotheken und Angestellte.
- Verbesserungen in der Ausbildung; viele Ausfallstunden an Schulen erschweren die Praxis.
- Regelungen zu Zweigapotheken und zu Apotheken ohne approbierte Pharmazeuten.
Eine Apothekerin aus Gotha betont, die Proteste liefen nun im vierten Jahr; versprochene Erhöhungen müssten kommen. Auf einigen Demonstrationen forderten Mitarbeitende sogar 11 Euro statt der bislang genannten 9,50 Euro als Mindestvergütung.
Vertreterinnen und Vertreter: Stimmen aus Verbänden und Kammer
Ina Lucas, Präsidentin der Berliner Kammer und Vizepräsidentin der ABDA, lobte die hohe Beteiligung. Die Bereitschaft der Kolleginnen und Kollegen sei groß, sagte sie.
Silke Laubscher, Angestelltenvertreterin der ABDA, betonte die Bedeutung eines starken Signals nach Berlin. Die wirtschaftliche Stärkung der Apotheken sei Voraussetzung für bessere Gehälter und Tarifverträge.
Fulda: Lokaler Protest mit bundesweiter Resonanz
Der Hessische Apothekerverband (HAV) organisierte in Fulda eine eigene Demonstration. Inhaberin Cordula Eichhorn freute sich über zahlreiche Kolleginnen und Kollegen mit Schildern, Luftballons und dem Apotheken-A.
Die Forderung in Fulda war unmissverständlich: „Honorar, Honorar, Honorar“. Medien wie RTL, ntv und das ZDF berichteten vor Ort.
Unterstützung aus der Pharma-Branche
Auch Unternehmen der Branche zeigten sich solidarisch. Noventi-Chef Mark Böhm sagte, es sei selbstverständlich, die Apotheken zu unterstützen. Die Vergütung müsse angehoben und an erbrachte Leistungen gekoppelt werden.
Frank Sczesny von Sanacorp warnte vor einem Verlust wirtschaftlicher Stabilität vieler Apotheken. Er forderte die schnelle Umsetzung der im Koalitionsvertrag zugesagten Vergütungserhöhungen. Rund 30 Prozent der Sanacorp-Kundinnen und -Kunden sollen an den Protesten beteiligt sein.
Viele Teams betonen, dass sie auch in Zukunft für die Versorgung der Bevölkerung da sein wollen. Die Demonstrationen sind Ausdruck tiefer Sorge um die Zukunft der Arzneimittelversorgung.
Wir berichten seit 11 Uhr live von den Veranstaltungen.













