Cannabisdiagnosen in Mecklenburg-Vorpommern stark gestiegen: Kliniken alarmiert

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Schwerin – Nach dem Konsum von Cannabis mussten 2025 in Mecklenburg-Vorpommern deutlich mehr Menschen ins Krankenhaus als ein Jahr zuvor. Die Zahlen werfen Fragen zu gesundheitlichen Folgen und zur Wirkung der Teillegalisierung auf.

Krankenhausaufnahmen: Ein klarer Anstieg

Die Landesregierung meldete für das Jahr 2024 und 2025 konkrete Fallzahlen. Diese zeigen eine spürbare Zunahme von behandlungsbedürftigen, cannabisbezogenen Diagnosen.

Diagramm zeigt Anstieg der Krankenhausaufnahmen 2024 zu 2025
Anstieg der cannabisbezogenen Klinikfälle in Mecklenburg-Vorpommern 2024–2025

  • 2024: 421 Fälle mit cannabisbezogenen Diagnosen
  • 2025: 486 Fälle mit cannabisbezogenen Diagnosen

Der Anstieg fällt ins Gewicht, weil er parallel zu rechtlichen Änderungen stattfand.

Mehr Psychosen nach Konsum

Besonders auffällig ist die Zunahme psychischer Erkrankungen, die mit Cannabis in Verbindung gebracht werden.

Silhouette vor der Tür einer Psychiatrie-Station
Zunahme von Psychosen nach Cannabiskonsum belastet Stationen

  • Psychosen infolge von Cannabiskonsum stiegen von 94 auf 133 Fälle.

Mediziner und Behörden weisen darauf hin, dass solche Episoden oft kurzfristige Krisen auslösen. Die Behandlung dauert nicht selten mehrere Tage.

Teillegalisierung ab 1. April 2024: Was sich änderte

Am 1. April 2024 trat eine bundesweite Teillegalisierung in Kraft. Das veränderte die strafrechtliche Bewertung des Besitzes mehrerer Gramm Cannabis.

Unmittelbare Folgen für die Kriminalstatistik:

  • Der registrierte Anteil an Cannabisdelikten fiel bereits 2024.
  • Im Jahr 2025 setzte sich dieser Trend fort.
  • Die Gesamtzahl der Rauschgiftdelikte ging 2025 um fast ein Drittel gegenüber 2024 zurück.

Schwarzmarkt bleibt relevant

Trotz legaler Bezugswege übersteigt die Nachfrage das Angebot. Behörden sehen deshalb weiter eine starke Rolle illegaler Händler.

Die Landesregierung schreibt, dass sich die Nachfrage noch nicht nachhaltig auf legale Kanäle verlagert habe.

  • Unzureichende Versorgung durch legale Verkaufsstellen
  • Bestehende Vertriebsnetzwerke des Schwarzmarkts
  • Fortdauernde Nutzung illegaler Beschaffungswege

Herkunft der Zahlen und politische Reaktion

Die Daten stammen aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Thomas de Jesus Fernandes.

Polizei und zuständige Behörden werten die Entwicklung weiter aus. Sie beobachten sowohl gesundheitliche Folgen als auch die kriminologische Lage.

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