Apotheken im EU-Vergleich: Abda-Papier fasst zentrale Erkenntnisse zusammen

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Deutschland hat vergleichsweise wenige Apotheken pro Einwohner, doch in Fragen wie Mehrwertsteuer und Versandregelungen hebt sich das Land deutlich von vielen EU-Nachbarn ab. Während die Debatte über Besitzregeln und Online-Versand anhält, erweitern Apotheken ihr Angebot weit über das reine Verkaufen von Arzneimitteln hinaus.

Apothekendichte: Wo Deutschland im europäischen Feld steht

Europa zählt etwa 140.000 Apotheken. Ende 2025 waren rund 16.600 davon in Deutschland registriert. Das klingt viel, relativiert sich jedoch. Mit etwa 20 Apotheken pro 100.000 Einwohner liegt Deutschland deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 31.

Europakarte mit Apothekendichte pro Land und statistischen Daten
Deutschland hat mit 20 Apotheken pro 100.000 Einwohner eine unterdurchschnittliche Dichte im EU-Vergleich.

Die Verteilung ist ungleich. In Städten gibt es viele Standorte. In ländlichen Regionen fehlen oft Angebote.

Wer darf Apotheken besitzen? Die Regeln zum Fremdbesitz

In vielen EU-Ländern gibt es strikte Regeln, wer Apotheken besitzen darf. In 11 von 27 Mitgliedstaaten gilt ein sogenanntes Fremdbesitzverbot.

Dazu gehören unter anderem Deutschland, Frankreich und Polen. Ziel dieser Vorschrift ist es, die Patienteninteressen zu schützen.

  • Schutz vor rein kapitalgetriebenen Entscheidungen.
  • Sicherung fachlicher Verantwortung durch Apotheker:innen.
  • Erhalt unabhängiger pharmazeutischer Beratung.

Online-Versand von Rezeptarzneimitteln: Mehrheit untersagt ihn

Der Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten ist in 18 von 27 EU-Staaten verboten. Deutschland und die Niederlande sind dagegen offen für Versandapotheken.

Besondere Regeln für Versand an Kund:innen in Deutschland

Wer aus dem EU-Ausland nach Deutschland liefert, muss Vorgaben beachten. Alle Versandhändler müssen auf ihrer Website ein einheitliches Logo zeigen. Damit können Kund:innen die nationale Zulassung prüfen.

Bei Lieferungen an gesetzlich Versicherte gelten zusätzlich vertragliche Vorgaben. Dazu zählen die Bestimmungen aus dem Rahmenvertrag und die Preisbindungsregeln.

Mehrwertsteuer auf Arzneimittel: Deutschland in der Spitzengruppe

In Deutschland gilt auf Medikamente der Regelsteuersatz von 19 Prozent. Das ist im EU-Vergleich hoch. Nur Dänemark mit 25 Prozent und Bulgarien mit 20 Prozent erheben höhere Sätze.

Vergleichsgrafik der Mehrwertsteuersätze auf Arzneimittel in EU-Ländern
Mit 19 % Mehrwertsteuer auf Medikamente gehört Deutschland zu den höchsten Sätzen in der EU.

Die unterschiedliche Besteuerung beeinflusst letztlich die Arzneimittelpreise für Verbraucher:innen.

Apotheken leisten mehr: Services und patientenorientierte Angebote

Apotheken sind heute mehr als reine Ausgabestellen für Medikamente. Sie bieten zusätzliche Leistungen, die die Versorgung stärken.

  • Impfungen und Gesundheitsberatung vor Ort.
  • Unterstützung bei Therapie-Neustart und Medikationsabsprache.
  • Strukturierte Begleitung neuer Dauertherapien, wie in England und Norwegen.

Solche Angebote sind darauf ausgelegt, Therapietreue und Arzneimitteltherapiesicherheit langfristig zu verbessern.

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