Engpässe bei Impfstoffen: Stiko rät dringend, in Apotheken nachzufragen

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In Deutschland fehlen derzeit mehrere Reiseimpfstoffe. Apothekerinnen und Apotheker werden gebeten, Restbestände zu prüfen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) weist zugleich auf eingeschränkte Impfempfehlungen und Alternativen außerhalb Deutschlands hin.

Welche Vakzine sind aktuell nicht lieferbar?

Betroffen sind die beiden in Deutschland zugelassenen Chikungunya-Impfstoffe und der Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis.

Regal in Apotheke mit unscharfen Impfstoffampullen im Hintergrund
Einige Reiseimpfstoffe sind derzeit nicht lieferbar; Apotheken prüfen Restbestände.

  • Ixchiq (Lebendvakzine) ist voraussichtlich bis Anfang bis Mitte November nicht verfügbar.
  • Vimkunya (VLP-basierter Totimpfstoff) bleibt ebenfalls bis dahin knapp.
  • Ixiaro (inaktivierter Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis) wird voraussichtlich bis Ende November fehlen.

Direkte, in Deutschland zugelassene Alternativprodukte existieren derzeit nicht.

Wer sollte eine Chikungunya-Impfung erwägen?

Die Impfung wird nicht pauschal für alle Reisenden empfohlen. Entscheidend sind Zielgebiet, Aufenthaltsdauer und individuelle Risikofaktoren.

  • Personen ab 12 Jahren, die in Regionen mit aktuellem Chikungunya-Ausbruch reisen.
  • Reisende mit geplanten Aufenthalten über vier Wochen oder mit wiederholten Kurzreisen in Endemiegebiete, wenn ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe besteht.
  • Menschen ab 60 Jahren oder mit schweren internistischen Vorerkrankungen, die ein höheres Chronifizierungsrisiko haben.
  • Berufsgruppen mit direktem Labor- oder Feldkontakt zu Chikungunya-Viren.

Die Entscheidung zur Impfung liegt beim behandelnden Arzt. Dabei sind Kontraindikationen wie Immundefizienz und eine Nutzen-Risiko-Abwägung zu berücksichtigen.

Stiko-Empfehlungen und Wahl des Impfstoffs

Die Stiko rät zu einer differenzierten Verwendung der zugelassenen Vakzine.

  • Ixchiq wird primär für 12- bis 59-Jährige empfohlen, wenn ein hohes Expositionsrisiko besteht.
  • Für Personen ab 60 Jahren kommt laut Stiko nur der Totimpfstoff Vimkunya in Frage.
  • Bei einmaligen Reisen oder wenn Nebenwirkungen besonders relevant sind, sollte – sofern verfügbar – Vimkunya bevorzugt werden.

Fehlt der passende Impfstoff, gehört die Möglichkeit einer späteren Impfung oder einer Impfung im Reiseland in die Überlegung.

Praktische Hinweise für Reisende und Berufstätige

Unabhängig von Impfungen bleibt der Schutz vor Mückenstichen zentral. Diese Maßnahmen reduzieren das Infektionsrisiko deutlich.

Reisender packt Mückenschutzmittel und Moskitonetz ins Gepäck
Mückenschutz bleibt zentral, wenn Impfstoffe fehlen.

  • Schlafen unter imprägnierten Moskitonetzen mit feiner Maschenweite.
  • Aufenthalt in mückenarmen Räumen mit Klimaanlage oder Fliegengittern.
  • Helle, langärmelige Kleidung; bei Bedarf Imprägnierung mit Kontaktinsektiziden.
  • Regelmäßige Anwendung von zugelassenen Repellentien auf unbedeckter Haut.
  • Vermeidung stehender Gewässer und Entleerung offener Wasserbehälter.
  • Mückenschutz bis 14 Tage nach Rückkehr, um Einschleppungen nach Deutschland zu verhindern.

Japanische Enzephalitis: Ixiaro fehlt — welche Optionen gibt es?

Auch beim Impfstoff gegen die Japanische Enzephalitis besteht ein Lieferengpass. In Deutschland gibt es derzeit keine zugelassene Alternative zu Ixiaro.

Bei längeren Aufenthalten in Endemiegebieten kann eine Impfung im Ausland möglich sein. In einigen Ländern werden attenuierte Lebendimpfstoffe angeboten.

  • Beispiele für solche Lebendvakzine sind ImoJEV und CD-JEVAX.
  • Diese Präparate unterscheiden sich in Wirkstoffaufbau und Impfchema von Ixiaro.
  • Die üblichen Kontraindikationen für Lebendimpfstoffe sind zu beachten.
  • Eine Austauschbarkeit oder Boosterbarkeit zwischen Tot- und Lebendimpfstoffen ist nicht abschließend bewertet.

Was können Apotheken und Betroffene tun?

Apotheken sollten aktiv Restbestände prüfen und Kundinnen und Kunden darauf hinweisen. Reisende können vorab mehrere Apotheken kontaktieren.

  • Bei geplanter Reise frühzeitig Impfberatung suchen.
  • Alternative Schutzmaßnahmen konsequent umsetzen.
  • Bei Berufsexposition arbeitsmedizinische Beratung einholen.

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