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Die Zulassungsinhaberin von Litfulo hat in Zusammenarbeit mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur und dem BfArM neue Sicherheitsinformationen bekanntgegeben. Die Hinweise betreffen mögliche Risiken von JAK-Inhibitoren, die nun auch explizit für Ritlecitinib gelten. Ärztinnen, Patienten und Apotheker erhalten konkrete Empfehlungen zur Minimierung dieser Risiken.
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Pfizer Europe hat seine Hinweise zur Anwendung von Litfulo (Wirkstoff Ritlecitinib) angepasst. Die Überprüfung zielt darauf ab, das Auftreten schwerer Nebenwirkungen zu reduzieren.
- Schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (MACE)
- Maligne Erkrankungen
- Schwere Infektionen
- Venöse Thromboembolien (VTE)
- Mortalität
Diese Problemfelder wurden als relevant für Ritlecitinib eingestuft. Die Empfehlungen sollen das Risiko für Betroffene verringern und eine gezieltere Nutzen-Risiko-Abwägung ermöglichen.
Patientengruppen mit erhöhtem Risiko
Die Behörden raten, Ritlecitinib nur zurückhaltend zu verschreiben, wenn geeignete Alternativen bestehen. Besonders gefährdete Gruppen sind:

- Personen ab 65 Jahren
- Menschen mit bekannter atherosklerotischer Herzkrankheit
- Aktuelle oder ehemalige Langzeitraucher
- Patienten mit aktueller oder früherer Krebserkrankung
- Menschen mit weiteren VTE-Risikofaktoren
Für diese Patientinnen und Patienten sollte die Behandlung nur erfolgen, wenn andere Optionen nicht in Frage kommen.
Empfohlene Überwachungsmaßnahmen
- Regelmäßige Hautkontrollen zur Früherkennung von Hautkrebs
- Gezielte Abwägung von Herz-Kreislauf-Risiken vor Therapiebeginn
- Achtsamkeit bei Symptomen von Infekten oder thromboembolischen Ereignissen

Hintergrund der Neubewertung
Ritlecitinib ist ein selektiver Hemmer von JAK3 und Mitglied der TEC-Kinasen-Familie. Die Zulassung erfolgte 2023 für schwere Formen der Alopecia areata bei Personen ab 12 Jahren.
Bereits zuvor wurden für andere JAK-Inhibitoren Warnhinweise ausgegeben. Untersuchungen zeigten bei bestimmten Patientengruppen eine höhere Inzidenz von Krebs, schweren Herzereignissen, Infektionen, VTE und erhöhter Sterblichkeit.

Klassenwirkung und regulatorische Schritte
Die beteiligten Behörden betrachteten die festgestellten Risiken als Klasseneffekt. Deshalb gelten die Maßnahmen nicht nur für einzelne Präparate, sondern für die ganze Substanzgruppe der JAK-Inhibitoren.
- Erweiterte Sicherheitshinweise in Fachinformation und Patientenmaterial
- Aktualisiertes Schulungsmaterial für medizinisches Personal
- Hervorgehobene Risikokommunikation gegenüber Ärztinnen und Apothekern
Änderungen in Produktinformation und Praxis
Die Produktinformation von Litfulo wird entsprechend angepasst. Dabei stützt sich die Behörde auf kumulative Daten aus Studien und Beobachtungen nach der Markteinführung.
Die EMA bewertet das Nutzen‑Risiko-Verhältnis von Litfulo weiterhin als positiv. Dennoch sollen die neuen Empfehlungen die Prävention und das Management möglicher Nebenwirkungen stärken.
Was Patientinnen und Patienten beachten sollten
Betroffene sollten offen mit ihren Ärztinnen über Vorerkrankungen sprechen. Folgende Punkte sind wichtig:
- Vor Therapiebeginn bestehende Herz-Kreislauf-Risiken prüfen lassen
- Frühere oder aktuelle Krebserkrankungen melden
- Bei ungewöhnlichen Schmerzen, Schwellungen oder Atemnot sofort ärztliche Hilfe suchen
- Regelmäßige Hautuntersuchungen wahrnehmen
- Alle Nebenwirkungen dem Behandlungsteam mitteilen











