Medikamente dürfen nicht vom Marktstatus abhängen: droht Versorgungsengpass

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Sascha van Beek reiste fünf Tage durch fünf Bundesländer, um sich vor Ort über vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs) zu informieren. Er traf Forscher, Unternehmensvertreter und Hilfsorganisationen. Die Eindrücke zeigen: Politik, Forschung und Industrie müssen enger zusammenarbeiten, um Gesundheitsrisiken global und in Deutschland zu bekämpfen.

Stationen der Sommertour: Wer wurde besucht und warum das wichtig ist

Van Beek suchte gezielt Orte auf, an denen Forschung auf Produktion trifft. Sein Ziel: Verbindungen sichtbar machen und Lücken identifizieren.

  • Universitäten und Kliniken mit Impfstoff‑Forschung.
  • Forschungsinstitute, die an neuen Antiinfektiva arbeiten.
  • Internationale Hilfsorganisationen und Pharmafirmen.

Zu den besuchten Einrichtungen gehörten sowohl klassische Forschungseinrichtungen als auch große Unternehmen und NGOs. Das Zusammenspiel dieser Akteure ist zentral, um Forschungsergebnisse in echte Therapien zu verwandeln.

Marktversagen bei NTDs: Warum Forschung oft an finanziellen Hürden scheitert

Viele Tropenkrankheiten sind medizinisch relevant. Wirtschaftlich lohnen sich Entwicklungen oft nicht.

Besonders neues Antibiotika leidet darunter. Aus medizinischen Gründen soll es zurückhaltend eingesetzt werden. Das reduziert den Absatz.

Van Beek fordert alternative Mechanismen, damit dringend benötigte Wirkstoffe trotzdem verfügbar werden.

  • Produktentwicklungs‑Partnerschaften zur Risikoteilung.
  • Inkubatoren und Förderprogramme für frühe Entwicklungsphasen.
  • Gezielte Anreize für Unternehmen zur Markteinführung.

Ein Wirkstoff im Labor muss einen Weg zur Anwendung finden. Sonst bleibt das Potenzial ungenutzt.

Biotechstandorte stärken: Chancen in Marburg, Jena und anderswo

In Marburg trifft universitäre Forschung auf industrielle Kapazitäten. Das schafft kurze Wege von der Entdeckung zur Produktion.

Moderne Produktionsanlage für Arzneimittel und Impfstoffe
Regionale Cluster wie in Marburg und Jena verbinden Forschung und Produktion.

Auch Jena hat sich als Forschungszentrum profiliert. Dort bündeln Institute, Universität und Klinikum Kompetenzen für neue Antiinfektiva.

Warum regionale Cluster relevant sind

  • Sie beschleunigen die Translation von Forschungsergebnissen.
  • Sie sichern Produktionskapazitäten in Krisenzeiten.
  • Sie schaffen Arbeitsplätze und stärken die Wirtschaftsstandorte.

Van Beek plädiert für den Ausbau solcher Cluster und für eine stärkere Vernetzung. Ein nationaler Fokus auf Biotech-Exzellenz hilft der Sicherheit und der Wirtschaft.

Impfstoffkompetenz und strategische Resilienz

Die Corona‑Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eigene Produktionskapazitäten sind. Das gelte auch für andere Gesundheitsbedrohungen.

Laborausrüstung für Impfstoffforschung und -entwicklung
Ein nationales Impfstoffzentrum soll Forschung, Entwicklung und Produktion bündeln.

Van Beek spricht sich für ein nationales Impfstoffzentrum aus. Dieses Zentrum soll Forschung, Entwicklung und Produktion bündeln.

  • dauerhafte Impfstoff‑Forschungskapazitäten
  • regionale Produktionsstätten für schnelle Bereitstellung
  • vorausschauende Vorratspolitik und Lieferkettensicherheit

Gesundheit ist Teil der nationalen Sicherheitsarchitektur. Länder, die Impffähigkeiten verlieren, sind anfälliger für Krisen.

Politische Vernetzung: Forschung, Gesundheit und Sicherheit zusammenführen

Viele Kompetenzen in Deutschland sind verteilt. Dadurch geht Potenzial verloren.

Van Beek fordert eine engere Verzahnung von Gesundheits-, Forschungs-, Wirtschafts‑ und Sicherheitspolitik.

Wichtig sind dabei konkrete Schritte auf Bundesebene.

  • Förderung der Translation von Laborresultaten in Produkte.
  • Stärkung von Produktentwicklungs‑Partnerschaften.
  • Koordination über Ressortgrenzen hinweg.

Wenn Grundlagenforschung zur Produktion und zu globaler Hilfe führt, entstehen Gesundheitsschutz und wirtschaftlicher Nutzen zugleich.

NTDs näher als gedacht: Tropenkrankheiten in Deutschland im Blick

Einheimische Übertragungen des West‑Nil‑Virus zeigen: Erreger bleiben nicht immer weit weg.

Die Asiatische Tigermücke breitet sich aus. Unter passenden Bedingungen kann sie Dengue, Chikungunya oder Zika übertragen.

One Health ist nicht nur ein Schlagwort. Mensch, Tier und Umwelt sind eng verbunden, auch hierzulande.

  • Ausbau der Surveillance und frühzeitige Erreger‑Erkennung
  • Stärkung internationaler Gesundheitszusammenarbeit
  • Investitionen in Gesundheitssysteme, um Ausbreitung einzudämmen

Deutschland sollte globale Gesundheitsarbeit als strategische Investition betrachten. Frühe Erkennung und lokale Gegenmaßnahmen schützen auch die Bevölkerung hier.

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