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Eine aktuelle Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland bringt Licht in das Verhalten bei kleinen Gesundheitsproblemen: Viele Menschen bevorzugen die Apotheke vor Ort, wenn es um rezeptfreie Medikamente und Beratung geht. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Selbstmedikation populär ist, aber zugleich Vertrauen in die persönliche Beratung unverändert hoch bleibt.
Wie Verbraucher rezeptfreie Mittel auswählen
Die Untersuchung von Civey offenbart eine klare Reihenfolge der Entscheidungsfaktoren beim Kauf von OTC-Produkten.

- Eigene Erfahrung ist der wichtigste Grund: fast die Hälfte der Befragten nennt sie als Hauptentscheidungshilfe.
- Die Apothekenberatung folgt direkt dahinter und spielt für viele die entscheidende Rolle.
- Ärztliche Empfehlungen beeinflussen etwa ein Drittel der Käufe.
- Der Preis kommt erst an vierter Stelle.
- Werbung, Online-Bewertungen und Influencer haben nur eine sehr geringe Wirkung.
Bevorzugte Einkaufswege für OTC-Produkte
Ort und Form des Einkaufs verraten viel über die Erwartungen der Kundschaft.
- Nahezu die Hälfte der Teilnehmenden kauft OTC-Medikamente am liebsten in der Vor-Ort-Apotheke.
- Etwa ein Viertel nutzt bevorzugt Versandapotheken.
- Drogeriemärkte spielen für einen kleineren Anteil eine Rolle.
- Persönliche Beratung bleibt gefragt; digitale Kanäle wie Chat werden nur selten genutzt.
Welche Themen Kunden in der Beratung besonders wichtig sind
Bei der Suche nach Unterstützung geht es Kundinnen und Kunden vor allem um Sicherheit.
- Viele wünschen klare Informationen zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
- Auch Nebenwirkungen und Risiken stehen weit oben auf der Liste.
- Ein relevanter Teil möchte wissen, wann ein Arztbesuch notwendig ist.
Emotionale Bindung an die Apotheke
Die Studie zeigt außerdem ein starkes Vertrauensverhältnis: Beim Betreten einer Apotheke nennen viele Menschen Vertrauen als Hauptgefühl. Dieser Effekt ist bei älteren Menschen noch ausgeprägter.

Auswirkungen auf Versorgung und Gesundheitssystem
Die Ergebnisse haben auch politische und organisatorische Relevanz.
- Eine stärkere Selbstmedikation kann Arztpraxen entlasten und die Versorgung in Wohnortnähe verbessern.
- Dafür sind stabile Rahmenbedingungen nötig: von der Verfügbarkeit rezeptfreier Präparate bis zu klaren Strukturen für Beratungsleistungen.
- Branchenvertreter fordern daher verlässliche Regelungen, damit Apotheken diese Rolle dauerhaft übernehmen können.
Jüngere Kunden, Zusatzangebote und digitale Optionen
Die Bereitschaft, zusätzliche Leistungen der Apotheke zu nutzen, ist besonders bei Jüngeren höher.
- Vor-Ort-Leistungen werden häufiger in Anspruch genommen als digitale Alternativen.
- Digitale Tools bieten Potenzial, erreichen aber derzeit noch nicht die gewünschte Akzeptanz.
- Eine Kombination aus persönlicher Beratung und zielgerichteten Online-Angeboten könnte die Versorgung ergänzen.











