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In Sachsen-Anhalt lassen sich zwar mehr Menschen gegen Influenza impfen als im bundesweiten Mittel, doch die Bereitschaft sinkt seit Jahren. Aktuelle Daten des Landesapothekerverbandes zeigen einen spürbaren Rückgang bei den bestellten und verabreichten Grippeimpfdosen. Das sorgt für Diskussionen über Informationsangebote, Impforte und Zielgruppen mit erhöhtem Risiko.
Deutlicher Rückgang bei bestellten Grippeimpfdosen
Der Landesapothekerverband berichtet, dass die Bestellmengen aus der gesetzlichen Krankenversicherung spürbar gefallen sind. In der Saison 2020/21 lagen die bestellten Dosen bei etwa 924.500. In der aktuellen Saison sank diese Zahl auf rund 638.200.
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Das entspricht einem Rückgang von etwa 31 Prozent bei den verordneten Impfdosen. Die Auslieferung für die kommende Saison hat bereits begonnen, und Apotheken beliefern die Arztpraxen mit den bestellten Vakzinen.
Mehrere Gründe hinter der sinkenden Impfbereitschaft
Das Landesamt für Verbraucherschutz warnt davor, den Trend einfach als pauschale „Impfmüdigkeit“ abzutun. Ursachen seien vielschichtig und nicht allein auf ein geringeres Interesse zurückzuführen.
- Wahrnehmung der vergangenen Saison: Empfinden Menschen eine milde Saison, sinkt oft die Impfbereitschaft.
- Informationslage: Zielgruppengerechte Aufklärung fehlt an manchen Stellen.
- Zugänglichkeit: Niedrigschwellige Impfangebote beeinflussen die Entscheidung.
Für die Saison 2024/25 lag die Influenza-Impfquote in Sachsen-Anhalt bei 52 Prozent. Bundesweit betrug die Quote 34 Prozent. Das Landesamt betont, dass zielgerichtete Kommunikation und einfache Impfangebote entscheidend sind.
Wo lässt sich impfen? Hausärzte, Frauenärzte und Apotheken
Traditionell erfolgt die Grippeimpfung vor allem in Hausarztpraxen. Auch Frauenärztinnen und -ärzte gehören zu den Impfangeboten. Seit November 2022 bieten zudem Apotheken Grippeschutzimpfungen an.

Der Landesapothekerverband hebt hervor, dass Apotheken eine unkomplizierte Anlaufstelle sind. Dort erhalten Bürgerinnen und Bürger Beratung zum passenden Impfzeitpunkt und, wenn die Voraussetzungen gegeben sind, die Impfung direkt vor Ort.
- Beratung zu Impfzeitpunkt und Impfstoff
- Durchführung der Impfung in der Apotheke
- Koordination mit Arztpraxen und Krankenkassen
Die Anzahl der Apotheken, die Impfungen durchführten, stieg von knapp 1.000 in der Saison 2022/23 auf über 4.000 in 2025/26.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Impfung?
Medizinische Fachkräfte raten dazu, nicht auf erste Krankheitsfälle zu warten. Eine Impfung einige Wochen vor Beginn der Influenzasaison gibt dem Immunsystem Zeit, Schutz aufzubauen. Besonders Menschen mit erhöhtem Risiko sollten sich frühzeitig impfen lassen.
Die Lage in Sachsen: Höhere Todeszahlen lösen Warnungen aus
Sachsen meldete für die Saison 2025/26 eine Rekordzahl an influenzabedingten Todesfällen. Das Gesundheitsministerium verzeichnete 264 Todesfälle, mehr als in der vorangegangenen Saison mit 202 Todesfällen.
Der Großteil der Verstorbenen gehörte zur Altersgruppe ab 70 Jahren; knapp 91 Prozent entfielen auf diese besonders gefährdete Gruppe. Die gemeldeten Krankheitsfälle lagen bei 28.557, nach 44.432 im Vorjahr.
Die Impfbereitschaft in Sachsen ist nach Angaben des Ministeriums seit Jahren rückläufig. Die letzte Impfquote lag bei 20,6 Prozent. Empfohlene Impfziele für Seniorinnen und Senioren sowie für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen wurden deutlich verfehlt.
Angesichts der Zahlen forderte die sächsische Gesundheitsministerin zu Impfungen auf und betonte, dass Influenza nicht harmlos sei. Ab dieser Woche werden wieder wöchentlich Daten zu Erkrankungen und Todesfällen veröffentlicht.











