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Thomas Preis, Präsident des Bundesverbands Deutscher Apotheker, sieht bislang kaum direkte Folgen des Krieges in der Region Iran/Golf auf den deutschen Medikamentenmarkt. In einem Gespräch mit Medien der Funke-Gruppe betonte er zugleich die Belastbarkeit örtlicher Apotheken und äußerte scharfe Kritik an Plänen, die gesetzliche Zuzahlung deutlich zu erhöhen.
Aktuelle Lage: Lieferketten unter Beobachtung
Nach Angaben von Preis gibt es derzeit keine flächendeckenden Versorgungsengpässe, die eindeutig auf den Konflikt in der Golfregion zurückzuführen sind. Die Lage könne sich jedoch jederzeit verändern. Besonders kritisch bewertet er die Abhängigkeiten in der Herstellung von Arzneimittelkomponenten.
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Viele Wirkstoffe und Vorprodukte stammen aus China und Indien. Diese Lieferketten sind empfindlich gegenüber Störungen bei Rohstoffen und Energie.
- Transportwege über den Seeweg und Luftfracht sind verwundbar.
- Rohöl und petrochemische Produkte sind für die Produktion vieler Grundstoffe nötig.
- Einzelne Produkte, etwa Einmalhandschuhe, könnten knapp werden.
Apotheken kompensieren Lieferengpässe routiniert. Jede Apotheke investiert wöchentlich mehr als 20 Stunden Arbeit, um fehlende Präparate zu ersetzen und Patienten Alternativen zu bieten. Diese Tätigkeit schlägt sich nicht in den bisherigen Honoraren nieder.
Preisentwicklung und mögliche Folgen für Medikamente
Kurzfristig erwartet Preis keine dramatischen Arzneimittelpreiserhöhungen durch den Konflikt. Er warnt aber vor langfristigen Kostensteigerungen, falls die Lage andauere.
Steigende Energie- und Rohstoffkosten können die Produktionskosten erhöhen. Hersteller könnten die Produktion von wenig rentablen Präparaten einstellen.
- Weniger rentable Generika könnten vom Markt verschwinden.
- Apotheken müssten dann auf Ersatzpräparate ausweichen.
- Patienten könnten häufiger umgestellt werden.
Die Apotheken versprechen, in solchen Fällen alles zu tun, um die Versorgung sicherzustellen. Dafür fordern sie jedoch finanzielle Rahmenbedingungen, die den Mehraufwand abbilden.
Debatte um Zuzahlungen: Warnung vor falschen Anreizen
Preis kritisiert Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit, die gesetzliche Zuzahlung pauschal um 50 Prozent zu erhöhen. Er hält eine solche Maßnahme für unausgewogen.
Es darf nicht dazu kommen, dass Patientinnen und Patienten notwendige Medikamente aus Kostengründen weglassen. Das wäre volkswirtschaftlich kontraproduktiv.
Die Zuzahlungen fließen direkt an die Krankenkassen. Eine schnelle Erhöhung könne sozial ungerecht wirken und letztlich teurere Folgebehandlungen nach sich ziehen.
Honorarstruktur: Forderung nach Verhandlungsmechanismus
Warum Apotheken ein flexibles Honorar brauchen
Preis fordert einen verbindlichen Mechanismus, um Apothekenhonorare regelmäßig mit Krankenkassen neu auszuhandeln. Er verweist auf die Ärzteschaft, die solche Verhandlungsrunden bereits nutzt.
Ohne Anpassungen bleibe das Honorarsystem für Apotheken Jahrzehnte lang starr. Das habe Folgen für die wirtschaftliche Existenz zahlreicher Betriebe.
Konkrete Zahlen und Folgen
Der Bericht der Finanzkommission Gesundheit nutzte die Entwicklung der Grundlohnrate als Berechnungsgrundlage. Laut dieser Rechnung läge das sogenannte Fixum heute deutlich höher als aktuell gezahlt wird.
Rechenbeispiele zeigen ein Fixum von deutlich über 12 Euro, wenn man die letzten Jahre berücksichtigt. Für Preis ist klar: Die Umstellung dürfe nicht verzögert werden, sonst müssten weitere Apotheken schließen.
Maßnahmen, die Apotheker jetzt fordern
- Ein verbindlicher Verhandlungsmechanismus für regelmäßige Honoraranpassungen.
- Keine pauschale Erhöhung der Zuzahlung ohne soziale Verträglichkeitsprüfung.
- Unterstützung bei der Bewältigung von Lieferengpässen durch Informationsaustausch.
- Förderinstrumente, um die Versorgung in ländlichen Regionen zu sichern.
Preis betont die Bedeutung einer ruhigen und durchdachten politischen Entscheidung. Er fordert, dass Bundestag und Bundesregierung die ökonomischen Folgen abwägen, bevor sie Zuzahlungen anheben oder Honorare starr lassen.












