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- Hohe Zustimmung für digitalen Medikationsplan in der ePA
- Welche Vorteile Patientinnen und Patienten erwarten
- Digitalisierung als Ergänzung zur Praxisroutine
- Rollout und technische Hürden
- Wer profitiert besonders: Mehrfachmedikation und Alter
- Widerspruchsregelung und Nutzungsverhalten
- Wie gut sind Menschen über die ePA informiert?
- Die ePA bleibt Thema mit Nachholbedarf in Praxen
- Zugang erleichtern: Digitale Identitäten und Wallet-Lösungen
- Methodik der Umfrage
Die Möglichkeit, Medikationspläne mit Dosierungs- und Einnahmehinweisen digital in der elektronischen Patientenakte zu speichern, trifft auf breite Zustimmung. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes zeigt, dass viele Versicherten dem neuen digitalen Angebot positives Potenzial zuschreiben.
Hohe Zustimmung für digitalen Medikationsplan in der ePA
Die Mehrheit bewertet den Schritt zur elektronischen Ablage des Medikationsplans als sinnvoll. 90 Prozent der Befragten sehen das Vorhaben als sehr gut oder eher gut an.
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- Apothekerzugang: Rund 80 Prozent befürworten, dass Apothekerinnen und Apotheker Einblick in Dosierungen erhalten können.
- Ärztlicher Überblick: Etwa 90 Prozent halten die bessere Übersicht für behandelnde Ärztinnen und Ärzte für einen klaren Vorteil.
Welche Vorteile Patientinnen und Patienten erwarten
Befragte nannten konkrete Nutzen, die sie sich von einem elektronischen Medikationsplan (eMP) versprechen.
- Bessere Übersicht: 86 Prozent sehen den eMP als hilfreiches Instrument, um eigene Medikamente zu überblicken.
- Wechselwirkungs-Prävention: 88 Prozent erwarten Unterstützung bei der Vermeidung gefährlicher Interaktionen.
- Unterstützung durch Angehörige: 85 Prozent glauben, dass der eMP die Sicherheit bei der Hilfe durch pflegende Angehörige erhöht.
Digitalisierung als Ergänzung zur Praxisroutine
Die AOK-Vorstandsvorsitzende betont den Mehrwert eines digitalen Medikationsplans. Nach Angaben der Kasse liefert bereits die automatische Befüllung aus dem E-Rezept einen Vorteil.
Der eMP ergänzt diese Daten durch Einträge zu nicht verschreibungspflichtigen Präparaten sowie Hinweise zu Dosierung und Einnahme. Die Einführung erfolgt schrittweise in Modellregionen.
Rollout und technische Hürden
Der neue eMP wird derzeit pilotiert. Die vollständige Verfügbarkeit hänge von der Integration in Praxissoftware ab.
- Einige Arztpraxen benötigen noch Updates.
- Die AOK erwartet, dass die Einführung bis zum Herbst weiter ausgedehnt wird.
Geduld sei nötig, bis alle Systeme den eMP unterstützen.
Wer profitiert besonders: Mehrfachmedikation und Alter
Anspruch auf einen Medikationsplan haben Versicherte mit mindestens drei ärztlich verordneten Medikamenten.
- Verbreitung: 36 Prozent der gesetzlich Versicherten nehmen drei oder mehr verschriebene Arzneien ein.
- Papierversion: Von diesen erhielten 62 Prozent bereits einen schriftlichen Medikationsplan.
- Ältere Menschen: Bei den 60-Jährigen und Älteren liegt der Anteil mit Mehrfachmedikation bei 60 Prozent.
- In dieser Altersgruppe haben 73 Prozent bereits einen papiernen Plan.
Widerspruchsregelung und Nutzungsverhalten
Versicherte können künftig in der ePA dokumentieren, dass sie kein elektronisches Medikationsdokument wünschen. Die Umfrage zeigt jedoch, dass diese Option kaum in Anspruch genommen wird.
- Nur etwa 1 Prozent der Befragten gab an, von dieser Widerspruchsmöglichkeit Gebrauch zu machen.
Wie gut sind Menschen über die ePA informiert?
Der Kenntnisstand zur elektronischen Patientenakte hat sich nur wenig verändert. Im Vergleich zur Befragung im Sommer 2025 zeigt sich ein leichter Anstieg.
- Gut informiert: 47 Prozent fühlen sich sehr oder eher gut informiert.
- Weniger informiert: 51 Prozent bewerten ihren Informationsstand als weniger gut oder gar nicht gut.
Die ePA bleibt Thema mit Nachholbedarf in Praxen
Trotz Pflicht zur Befüllung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte ist die ePA oft kein Thema beim Praxisbesuch.
- 81 Prozent, die in diesem Jahr einen Arzt aufsuchten, sagten: Die ePA war in der Praxis kein Thema.
- Der Anteil, bei dem Ärztinnen, Ärzte oder Praxispersonal das Thema ansprachen, stieg von 9 auf 12 Prozent.
- Lediglich 7 Prozent haben das Thema selbst angesprochen, ein Anstieg um 1 Prozentpunkt.
Die AOK bewertet diese Entwicklung als Hinweis, dass die Nutzung der ePA Zeit braucht. Entscheidender sei, die Patientenakte mit sichtbaren Vorteilen zu verknüpfen.
Zugang erleichtern: Digitale Identitäten und Wallet-Lösungen
Die AOK hat ein neues digitales Identifikationsverfahren über die Nect-Wallet-App eingeführt. Es soll Versicherten den Zugang zur ePA vereinfachen.
Die Kasse sieht in digitalen Identitäten einen Weg, die Akzeptanz zu steigern. Die geplante europäische EUDI-Wallet könnte ab 2027 zusätzliche Anreize bieten.
Methodik der Umfrage
Für die repräsentative Forsa-Erhebung im Auftrag des AOK-Bundesverbandes wurden vom 13. bis 27. April 2026 insgesamt 8.522 gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren befragt. Es handelt sich um eine Kombination aus Telefon- und Online-Befragung. Die statistische Fehlertoleranz beträgt ±1,8 Prozentpunkte.












