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Plötzlich fehlen in vielen Apotheken wichtige Präparate gegen eine metabolische Übersäuerung. Für Betroffene mit chronischer Nierenschwäche können Lieferengpässe schnellen Handlungsbedarf bedeuten. Experten und Behörden prüfen nun Ursachen und Alternativen.
Welche Medikamente sind derzeit knapp?
Bicanorm-Engpass: Anatrofer droht Mangel
Notfallreform darf keine Doppelstrukturen schaffen: Experten schlagen Alarm
Betroffen sind vor allem die Entero-Tabletten Bicanorm und Anatrofer. Beide Präparate enthalten reines Natriumhydrogencarbonat und kommen bei einer metabolischen Azidose zum Einsatz.

- Bicanorm (Hersteller: FMC)
- Anatrofer (Hersteller: Logenex)
In vielen Apotheken ist aktuell nur noch ein anderes Produkt vorrätig. Dieses weicht aber in Darreichung und Wirkstoffstärke ab.
Worum geht es bei der Behandlung?
Bei Patienten ab 14 Jahren mit chronischer Niereninsuffizienz dient Natriumhydrogencarbonat zur Stabilisierung des Blut-pH.
- Standardgehalt: 1000 mg Natriumhydrogencarbonat je Tablette.
- Typische Einnahme: zunächst zwei bis drei Tabletten, später bis zu acht Tabletten täglich.
- Ziel: Wiederherstellung des Säure-Basen-Gleichgewichts.
Herstellungsprobleme und erwartete Lieferzeiten
Der Engpass bei Bicanorm wurde bereits Mitte August gemeldet. Hersteller nannten Produktionsschwierigkeiten als Ursache.
Die Verfügbarkeit von Bicanorm ist voraussichtlich erst wieder ab Februar gegeben. Für Anatrofer berichten Apotheken inzwischen ebenfalls über fehlende Bestände.
Wie reagiert das Bundesinstitut für Arzneimittel?
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat die Lage erkannt. Die Behörde steht in engem Austausch mit den Zulassungsinhabern.
Das BfArM kündigt an, Maßnahmen zu prüfen, um die Versorgung zu verbessern und Engpässe zu beheben.
Welche Alternativen sind verfügbar und worin unterscheiden sie sich?
Momentan bieten viele Apotheken nur noch Nephrotrans an. Dieses Produkt unterscheidet sich in Form und Stärke.

- Nephrotrans (Medice): erhältlich als Kapsel in 500 mg und 850 mg.
- Weitere Natriumhydrogencarbonat-Präparate: meist nicht magensaftresistent.
Wichtig ist der Unterschied in der Freisetzung:
- Magensaftresistente Zubereitungen setzen den Wirkstoff erst im Dünndarm frei.
- Nicht magensaftresistente Formen neutralisieren primär Magensäure.
Praxis-Tipps für Patienten und Apotheken
- Apotheken sollten Patienten auf andere zugelassene Präparate hinweisen.
- Ärztinnen und Ärzte müssen Dosierung und Darreichungsform prüfen.
- Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz sollten bei Engpässen Rücksprache halten.











