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Eine neue Metaanalyse weckt Interesse: Melatonin, bekannt als Schlafhormon, könnte chronische Schmerzen lindern. Die Auswertung von Studien mit mehreren Tausend Patient:innen zeigt messbare Effekte, bringt aber auch offene Fragen zur Dosierung und zur klinischen Einordnung mit sich.
Wie die Analyse erstellt wurde und wer beteiligt war
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Wissenschaftler:innen fassten Ergebnisse aus zahlreichen Einzelstudien zusammen, um die Wirksamkeit von Melatonin bei Schmerzen zu prüfen. Betrachtet wurden mehr als 2.000 Erwachsene aus unterschiedlichen Studien.
Betroffene Krankheitsbilder
- Chronische Rückenschmerzen
- Arthrose
- Fibromyalgie
- Postoperative Schmerzfälle
Die untersuchten Studien variierten in Aufbau und Dauer. Das erlaubt breite Aussagen, erschwert aber genaue Empfehlungen.

Wie stark sinken Schmerzen unter Melatonin?
Auf einer üblichen Schmerzskala von 0 bis 100 Punkten verringerte sich der Wert im Mittel um etwa neun Punkte. Das entspricht einer spürbaren, aber moderaten Schmerzlinderung.
Im Vergleich zu Standardanalgetika wie Paracetamol oder NSAR ergab sich eine ähnliche Größenordnung der Wirkung. Dennoch warnen die Forschenden davor, diese Zahlen als direkten Ersatzwert zu werten.
Bei nachoperativen Patient:innen zeigte sich hingegen kein überzeugender Nutzen für die Schmerzreduktion.
Verbesserung von Schlaf und Begleitsymptomen
Bei Personen mit chronischen Schmerzen verbesserten sich Schlafqualität und nächtliche Erholungsphasen deutlich. Da Schlafmangel Schmerzen verstärken kann, ist diese Wechselwirkung klinisch relevant.

Melatonin wurde in den Studien überwiegend gut vertragen. Schwere Nebenwirkungen oder Suchtverhalten traten kaum auf. Besonders Behandlungen unter drei Monaten gelten als unproblematisch.
Dosisfrage und Wissenslücken
Die Studien arbeiteten mit sehr unterschiedlichen Dosierungen. Angaben reichten von 1 mg bis 10 mg, am häufigsten wurde 3 mg verwendet.
- Keine klare Dosis-Wirkungs-Kurve nachweisbar
- Optimale Dauer der Anwendung unklar
- Langzeitdaten begrenzt
Aus diesen Gründen lässt sich derzeit keine pauschale Dosierungsempfehlung ableiten.
Wirkmechanismen und pharmakologische Eigenschaften
Melatonin entsteht aus Serotonin und wird nachts von der Zirbeldrüse freigesetzt. Seine Konzentration erreicht um Mitternacht den Peak und sinkt am Morgen.
- Antioxidative Effekte
- Entzündungshemmende Eigenschaften
- Regulation des Immunsystems
Licht, vor allem blaues Licht, kann die Ausschüttung hemmen. Das beeinflusst den Tag-Nacht-Rhythmus und damit Einschlafvorgänge.
Was das für Betroffene und Behandelnde bedeutet
Die Daten legen nahe, dass Melatonin eine ergänzende Option sein kann. Besonders Patienten mit gleichzeitigen Schlafstörungen könnten profitieren.
Wichtig ist: Melatonin sollte nicht ohne ärztliche Rücksprache als Ersatz für etablierte Schmerztherapien eingesetzt werden.
Ärzt:innen und Patient:innen müssen Nutzen, Risiken und mögliche Wechselwirkungen individuell abwägen.











