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Das Münchner Biotechunternehmen Vertanical setzt auf Wachstum und Geschwindigkeit: Für den Markteintritt seines Cannabis-basierten Arzneimittels Exilby hat die Firma nun eine Vertriebsallianz mit dem globalen Pharmaanbieter Viatris geschlossen. Ziel ist, die neue Behandlungsoption rasch zu Patienten mit chronischen Schmerzen zu bringen.
Neue Vertriebskraft für Exilby
Vertanical hat zum Produktstart bereits einen eigenen Arztaußendienst aufgebaut. Mit der Partnerschaft gewinnt das Unternehmen zusätzliche Reichweite. Viatris bringt Erfahrung in der Versorgung von Schmerzpatienten und ein etabliertes Vertriebsnetz in Deutschland mit.
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Was die Vereinbarung umfasst
- Gemeinsame Vertriebsorganisation für Exilby in Deutschland
- Koordinierte Markteinführung und medizinische Information
- Logistische Unterstützung zur schnellen Belieferung von Apotheken und Kliniken
Vertanical-Gründer Dr. Clemens Fischer betont, dass die Kooperation den Zugang für viele Patienten beschleunigen soll. Der Deutschlandchef von Viatris unterstreicht, dass die Verbindung von Forschung und lokaler Infrastruktur die Versorgungslage verbessern kann.
Wirkstoff, Zulassung und Einsatzbereiche
Exilby basiert auf einem dickflüssigen Extrakt aus Cannabisblüten (Cannabis sativa L. DKJ127, flos). In Deutschland ist das Fertigarzneimittel zugelassen zur Behandlung von chronischen Kreuzschmerzen mit radikulärer, also neuropathischer Komponente.
Nach den nationalen Regeln für cannabishaltige Arzneimittel kann Exilby zudem bei anderen Arten chronischer Schmerzen zum Einsatz kommen, wenn etablierte Behandlungen nicht zur Verfügung stehen oder nicht infrage kommen. Vor einem Therapiebeginn ist in vielen Fällen ein sechsmonatiger Therapieversuch mit Fertigarzneimitteln vorgesehen.
Klinische Evidenz: Phase‑3-Programm und Studienbefunde
Die Zulassung von Exilby beruht auf umfangreichen klinischen Daten aus zwei randomisierten Phase‑3‑Studien. Insgesamt wurden mehr als 1.200 Patientinnen und Patienten eingeschlossen.

- Eine placebokontrollierte, zentrale Studie zeigte eine deutliche Schmerzlinderung über zwölf Monate.
- Der Effekt war besonders ausgeprägt bei Patientinnen und Patienten mit neuropathischem Schmerz.
- Begleitende Verbesserungen betrafen Schlafqualität und Mobilität.
In der direkten Vergleichsstudie „Elevate“, publiziert in Pain & Therapy, trat Exilby gegen Opioide an. Hier zeigte das Cannabis-Extrakt eine stärkere Schmerzreduktion und eine bessere Verträglichkeit. Insbesondere gastrointestinale Nebenwirkungen fielen seltener an.
Über das gesamte Studienprogramm hinweg berichteten die Forscher von einer guten Sicherheitsbilanz. Es gab keine Hinweise auf ein erhöhtes Abhängigkeits- oder Missbrauchsrisiko.
Internationale Expansion: USA und Europa im Blick
Vertanical plant, Exilby auch außerhalb Deutschlands verfügbar zu machen. Weitere europäische Zulassungen sind in Vorbereitung. Parallel dazu treibt das Unternehmen die Entwicklung in den USA voran.
Wichtig für die US‑Strategie: Die FDA hat Exilby den Status „Breakthrough Therapy“ zugesprochen. Dieser Status wird Produkten verliehen, deren klinische Daten ein mögliches deutliches Verbesserungspotenzial gegenüber bestehenden Therapien zeigen.
Nutzen für Patienten und Gesundheitsversorgung
- Schnellere Verfügbarkeit in der Versorgung dank Partnerschaft
- Alternative für Patienten mit neuropathischen Rückenschmerzen
- Potenzial zur Reduktion von Opioid-Einsatz in bestimmten Patientengruppen
Durch die Kombination aus klinischer Evidenz und skalierbarer Distribution hoffen die Partner, Exilby zügig dort verfügbar zu machen, wo ein neues Therapiekonzept dringend gebraucht wird.












